- großes, gut belüftetes Terrarium
- UV-Lampe(n) + helle Grundbeleuchtung (Tageslicht)
- Wärmespot(s) für Sonnenplatz + Thermostat-Regelung
- Mehrere Verstecke, Äste, Wurzeln, Steine, Liegeflächen
- Geeignetes Substrat (trockene, grabfähige Bereiche)
- Thermometer (mehrere Messpunkte), ggf. Hygrometer
- Wasserschale
Zwergbartagame
Zeitaufwand
Tägliche Kontrolle von Technik & Temperatur, regelmäßige Fütterung und laufende Terrarienpflege.
Kosten
€ 500–1.800 durch Terrarium, Beleuchtung und weitere Technik; laufend für Strom, Futtertiere und Ersatzlampen.
Lebenserwartung
15-20 Jahre, abhängig von Haltung, Ernährung und UV-/Lichtversorgung.
Platzbedarf
Mindestmaße sind nur Untergrenze - größer ist deutlich besser.
Die Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) ist eine tagaktive Bartagame aus den trockenen Regionen Australiens und bleibt deutlich kleiner als die Streifenkopf-Bartagame. Sie wird oft als „pflegeleicht“ wahrgenommen, trotzdem sind die Anforderungen an eine artgerechte Haltung hoch. Auch Zwergbartagamen brauchen Platz, Licht und Routine – ein kleines Terrarium ist keine artgerechte Lösung.
Vor der Anschaffung: Passt eine Zwergbartagame zu mir?
Bin ich bereit, trotz „kleinem“ Tier ein wirklich großes, helles Terrarium einzuplanen?
Kann ich ein zuverlässiges Licht-, UV- und Wärme-Konzept umsetzen und dauerhaft kontrollieren?
Kann ich regelmäßig lebende Futtertiere und abwechslungsreiches Grünfutter/Kräuter anbieten?
Habe ich - auch an stressigen Tagen - genug Zeit für eine tägliche Kontrolle und Routine?
Bin ich mir bewusst, dass Zwergbartagame keine Kuscheltiere sind?
Kosten
- Anschaffung
- Ca. € 60–200 pro Tier (je nach Alter und Herkunft).
Ca. € 500–1.800 für die Erstausstattung (Terrarium, UV-/Beleuchtung, Wärmespots, Einrichtung), je nach Größe und Qualität. - Laufende Kosten
- Ca. € 250–650 pro Jahr (Strom für UV/Beleuchtung/Wärme, Futtertiere, Verbrauchsmaterial, Ersatzlampen).
Kosten für Behandlungen bei Tierärzt*innen kommen dazu und können je nach Befund stark variieren.
Haltung
Gruppengröße
Einzelhaltung wird empfohlen, da besonders die Männchen territorial sind und Zwergbartagamen eher Einzelgänger sind.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Großes Terrarium mit viel Grundfläche und guter Belüftung - als Untergrenze wird u.a. eine Grundfläche von 1 m² und eine Höhe von 0,80 m für ein adultes Tier empfohlen z. B. 125 x 80 x 80 (L x B x H); größere und gut strukturierte Terrarien sind deutlich artgerechter
- Die Tiere benötigen einen UV-Strahler (entscheidend für Stoffwechsel/Calciumhaushalt), sowie Lampen mit der richtigen Licht- und Wärmeleistung.
- Temperaturgefälle mit kühlen Bereichen und einem heißen Sonnenplatz
- Struktur: Klettermöglichkeiten, Liegeplätze, Sichtbarrieren und mehrere Verstecke
- Trockene Umgebung mit geeigneten Rückzugszonen
- Ruhiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung
Ernährung
Zwergbartagamen fressen tierische und pflanzliche Nahrung. Geeignet sind u. a. Insekten (Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben) sowie abwechslungsreiches Grünfutter und Kräuter.
- Grünfutter als Basis, Insekten je nach Alter mehrmals pro Woche
- Obst nur selten und in sehr kleinen Mengen
- Wichtig: Calcium (z. B. Sepiaschale/Calciumpulver) abgestimmt auf Fütterungs- und UV-Konzept
Betreuungsaufwand
- Täglich: Sichtkontrolle von Tier und Technik, sowie Wasser erneuern
- Mehrmals pro Woche: Fütterung nach Plan (Grünfutter und Futtertiere)
- Regelmäßig: Kotstellen entfernen, Reinigung von Schalen und Einrichtung
- Gesundheitschecks bei Auffälligkeiten durch eine*n reptilienkundige*n Tierärzt*in
- Je nach Bedarf: Austausch von UV-/Leuchtmitteln nach Herstellerangaben
Strukturierung, Temperatur & Überwinterung
Das Terrarium sollte mit einem Versteckplatz, mehreren Steinen als Sichtschutz zwischen den Tieren (besonders bei Gruppenhaltung - da die Tiere ihr Revier verteidigen, sollte pro Terrarium nur ein erwachsenes Männchen gehalten werden) und einem Trinkgefäß ausgestattet sein.
Außerdem benötigen die Tiere eine starke Lampe, die Licht und Wärme spendet, sowie einen UV-Strahler.
Die Beleuchtung sollte täglich 12 bis 14 Stunden eingeschaltet sein, wobei die Tiere jeden Tag UV-Licht erhalten müssen.
Als Bodengrund eignen sich Sand oder ein Sand-Lehm-Gemisch.
Tagsüber sollte die Temperatur zwischen 25 und 33 °C liegen, an einzelnen Sonnenplätzen dürfen bis zu 45 °C erreicht werden. Nachts sollte die Temperatur auf 18 bis 22 °C sinken.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 80 % liegen. Ein kleiner Bereich des Bodens sollte dauerhaft feucht gehalten werden.
Im Winter wird für etwa zwei Monate die Beleuchtungsdauer auf 6 bis 8 Stunden reduziert und die Temperatur auf 15 bis 20 °C abgesenkt.
Tierschutz
- Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
- Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG)
- Kein Spontankauf: Terrarium, Temperaturen und UV/Beleuchtung müssen vor dem Einzug stabil laufen.
- Zu kleine Terrarien und unzureichende UV-Versorgung sind häufige Tierschutzprobleme.
- Bei Gruppenhaltung: Territorialität und Stress ernst nehmen, Männchen nicht zusammensetzen.
- Es sollte darauf geachtet werden, keine Tiere mit Qualzuchtmerkmalen zu erwerben (z. B. Silkbacks)
- Auch Futtertiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet und nicht ungerechtfertigt gequält werden.
Links
- TVT – Merkblatt 176 Heimtiere: Bartagamen (PDF)
Fachliche Empfehlungen; nennt Zwergbartagame und ordnet ähnliche Haltungsanforderungen ein. - 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Deutscher Tierschutzbund – Steckbrief Bartagame (PDF)
Hinweise zu Terrariumgrößen inkl. Empfehlung für Zwergbartagamen. - Stadt Wien – Haltung und Zucht von Wildtieren (Exoten) – Meldung
Informationen zur Meldepflicht für exotische Wildtiere in Wien - Handbuch - Exoten-Kunde
Handbuch zum Sachkundenachweis für die Haltung von Reptilien und Amphibien in Wien