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Leopardgecko

Zeitaufwand

Tägliche Kontrolle, Fütterung mehrmals pro Woche, wöchentliche Reinigungsarbeiten

Kosten

Kosten für zB Strom, Futtertiere; höhere Anfangskosten bei Technik/Beleuchtung

Lebenserwartung

15 bis 20 Jahre - bei guter Haltung sogar länger

Platzbedarf

Mindestmaße sind nur Untergrenze – größer ist deutlich besser.

Der Leopardgecko (Eublepharis macularius) ist ein bodenbewohnender, dämmerungs- bis nachtaktiver Gecko aus den trockenen, steinigen Regionen West- und Südasiens. Die artgerechte Haltung ist anspruchsvoller als viele erwarten. Spontankäufe führen häufig zu Haltungsfehlern, Stress und Erkrankungen.

Factsheet

Alle Informationen auf einen Blick zum Ausdrucken

Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung von Leopardgeckos

Sind Leopardgeckos für Einsteiger geeignet?

Nur bedingt. Die Tiere sind empfindlich bei Temperatur, Einrichtung und Feuchte-Management. Wenn du bereit bist, dich einzuarbeiten und die Technik zuverlässig zu betreiben, kann es funktionieren – „pflegeleicht“ sind sie aber nicht.

Kann man Leopardgeckos einzeln halten?

Ja, die Einzelhaltung wird sogar ausdrücklich empfohlen.

Warum braucht ein Trockenterrarium trotzdem einen feuchten Bereich?

Auch in trockenen Lebensräumen gibt es unter Steinen oder tiefer im Boden Bereiche mit mehr Feuchtigkeit. Im Terrarium wird dies mit einer Feuchtbox nachgebildet.

Kann man Leopardgeckos spontan kaufen und sofort mit nachhause nehmen?

Nein, vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren. Terrarium, Temperaturzonen, Beleuchtung und Einrichtung müssen vor dem Einzug stabil eingestellt sein. Spontankäufe führen besonders häufig zu Stress und Erkrankungen.

Welche typischen Anfängerfehler kommen häufig vor?

Zu kleine Terrarien, zu wenige Verstecke, fehlende Temperaturzonen/Steuerung, falsches Substrat, kein feuchter Rückzugsort, falsche Vergesellschaftung sowie mangelnde Quarantäne und Kotuntersuchung.

Kosten

Anschaffung
Pro Tier zahlst du ca. € 50–150, je nach Alter, Farbform und Herkunft.
Ca. € 400–1.200 für die Erstausstattung (Terrarium, Technik, Einrichtung), je nach Größe und Qualität.
Laufende Kosten
Ca. € 150–350 pro Jahr für Futtertiere, Strom, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile.
Zusätzlich können hohe Kosten für tierärztliche Behandlungen entstehen.

Haltung

Gruppengröße

Die Einzelhaltung ist bei den Leopardgeckos als bevorzugte Haltungsform zu empfehlen, da sie prinzipiell keinen Sozialpartner benötigen. Bei Gruppenhaltung von Weibchen ist die Verträglichkeit stark individuell und kann zu innerartlichen Aggressionen führen. Das häufig praktizierte Hinzusetzen eines Männchens zur „Konfliktlösung“ führt bei artgerechten Haltungsbedingungen zwangsläufig zur Fortpflanzung.

Ausstattung

  • Terrarium (Trockenterrarium) mit Doppellüftung
  • Wärmequelle(n) für Wärmespot und Temperaturgefälle, idealerweise mit Thermostat UND Thermometer zur Temperaturkontrolle
  • Beleuchtung für Tag-Nacht-Rhythmus
  • Mehrere Höhlen/Verstecke (warm, kühl und feucht), strukturierende Steine, Wurzeln und Klettermöglichkeiten
  • Substrat, das Graben ermöglicht (z. B. lehmhaltiger Sand)
  • Flache Wasserschale, Calcium/Mineralversorgung (je nach Fütterungskonzept)
  • Messgeräte (Thermometer, ggf. Hygrometer) zur Kontrolle

Hinweis zu UV-Beleuchtung: Der Einsatz von ungeeigneten UV-Strahlern (z. B. HID-Strahler) birgt bei dieser dämmerungs- bis nachtaktiven Art ein erhöhtes Risiko für UV-induzierte Hautschäden, insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung (zu geringer Abstand, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, alleinige Nutzung als Wärmequelle). Dies stellt mittlerweile eine häufige haltungsbedingte Erkrankungsursache dar.

Platz & Umgebung

  • Trockenterrarium mit klaren Temperaturzonen (warm/kühl) und einem lokalen Sonnen-/Wärmeplatz
  • Mindestmaße: als Untergrenze werden u. a. 100 × 50 × 40 cm (L × B × H) genannt, größere Terrarien sind deutlich besser
  • Mehrere Verstecke (warm, kühl und feucht)
  • Feuchtezone/Wetbox bzw. ein dauerhaft leicht feuchter Teilbereich zur Häutung
  • Ruhiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und starke Erschütterungen, keine Dauerlärmquellen

Ernährung

Leopardgeckos sind Insektenfresser. Sie fressen z. B. lebende Grillen, kleinere Heuschrecken und Schaben.

  • Futterintervallen beachten zB bei ausgewachsenen Tieren alle 2-3 Tage (Futtertiere müssen zur Tiergröße passen)
  • Abwechslung und bedarfsgerechte Mineral- und Vitaminversorgung sind wichtig
  • Überfütterung vermeiden; Gewicht und Körperkondition regelmäßig prüfen. Bei einem Leopardgecko lassen sich die Fettreserven vor allem am Schwanz beurteilen, da dort überschüssige Energie gespeichert wird.

Betreuungsaufwand

  • Mehrmals pro Woche füttern (je nach Alter)
  • Trinkwasser täglich erneuern
  • Täglich Sichtkontrolle: Aktivität, Kot, Häutung, Fressverhalten
  • Regelmäßige Reinigung (Kotstellen, Wasserschale), turnusmäßige Grundreinigung
  • Technikcheck: Temperatur-Regelung, Beleuchtung
  • Empfohlen: Quarantäne bei Neuzugang und Kotuntersuchung auf Parasiten (zB auf  Kryptosporidien, da ein Befall zum Verlust des gesamten Tierbestandes führen kann!)

 

Strukturierung, Temperatur & Überwinterung

Die Verstecke sollten nicht zu hoch sein, damit das Tier mit dem Rücken die Decke des Verstecks berühren kann. Das gibt dem Tier ein Gefühl von Sicherheit. Außerdem kann es sich im Versteck etwas aufwärmen, ohne direkt unter der Wärmelampe zu liegen.

Mindestens drei Verstecke sind erforderlich:

    • warmes Versteck
    • kühles Versteck
    • Versteck bei mittleren Temperaturen

Klein, aber entscheidend: Auch im Trockenterrarium braucht der Leopardgecko einen dauerhaft leicht feuchten Rückzugsort (Wetbox/feuchte Höhle). Er nutzt ihn besonders zur Häutung. Fehlt diese Möglichkeit oder ist sie zu trocken, treten Häutungsprobleme deutlich häufiger auf. Es sollten daher mindestens 2 Wetboxen (eine warm und eine kühl) angeboten werden.

Als Bodengrund eignen sich ein Sand-Lehm-Gemisch und Erde.

Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 25 und 30 °C liegen, wobei lokal unter dem Wärmeplatz bis zu 35 °C erreicht werden dürfen. Weiters sollte es auch eine kühlere Seite zwischen 21 und 24 °C geben. Nachts sollte die Temperatur auf 20 bis 22 °C absinken.

Die Beleuchtung mittels UV-Bestrahlung sollte täglich 10 bis 12 Stunden eingeschaltet sein und zusätzlich sollten Wärmestrahler, um ein Temperaturgefälle im Terrarium zu schaffen, verwendet werden.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45 und 60 % liegen.

Zur artgerechten Haltung gehört außerdem eine etwa zweimonatige Überwinterung bei Temperaturen von 10 bis 15 °C. Diese ist essenziell und sogar gesetzlich vorgeschrieben!
Wenn Leopardgeckos keine Winterruhe halten können, kann das ihre Gesundheit beeinträchtigen. Besonders Weibchen können Probleme bei der Eibildung bekommen. Deshalb gehört eine kontrollierte Winterruhe zu einer artgerechten Haltung und ist auch gesetzlich vorgeschrieben.

 

Tierschutz

  • Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
  • Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG)
  • Kauf nur nach Vorbereitung: Technik, Temperaturzonen, Verstecke und Feuchtemanagement müssen vor dem Einzug stabil laufen.
  • Auch Futtertiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet und nicht ungerechtfertigt gequält werden.
  • Keine Tiere mit Qualzuchtmerkmalen erwerben, da diese häufig mit gesundheitlichen Problemen verbunden sind - beispielsweise neurologische Störungen (wie beim Enigma-Syndrom).