- Großes Gehege oder Frettchenzimmer mit mehreren Ebenen
- Mehrere gut isolierte Schlafhäuser, Hängematten und Rückzugshöhlen
- Röhren, Tunnel, Kletterelemente und Spielzeuge zum Tragen, Verstecken, Zerren
- Toilettenschalen mit geeigneter Einstreu (z. B. Holzpellets) in mehreren Ecken
- Futter- und Wassernäpfe bzw. Trinkflaschen, kippsicher und leicht zu reinigen
- Transportbox(en) in ausreichender Größe
Frettchen
Zeitaufwand
2-4 Stunden pro Tag für Freilauf, Aufsicht und Beschäftigung.
Kosten
Ca. € 80–200 / Monat für 2 Frettchen (Futter, Einstreu, Rücklage für tierärztliche Behandlungen).
Lebenserwartung
6–10 Jahre, je nach Haltung und Gesundheit
Platzbedarf
Großes Innengehege oder Frettchenzimmer plus täglichen gesicherten Freilauf.
Frettchen sind sehr aktive, neugierige und soziale Tiere, die deutlich höhere Ansprüche haben als viele andere Kleintiere. Sie brauchen viel Platz, täglichen Freilauf, intensive Beschäftigung und mindestens einen Artgenossen. Wer Frettchen hält, muss sich auf starken Eigengeruch, hohe laufende Kosten und einen hohen Zeitaufwand einstellen.
Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen
Bin ich bereit, täglich mehrere Stunden in Freilauf und Beschäftigung zu investieren?
Habe ich genug Platz für ein großes Gehege und sicheren Auslauf?
Habe ich die Möglichkeit, meine Wohnung frettchensicher zu machen?
Passt der typische Geruch und ihr Verhalten zu meinem Haushalt?
Kosten
- Anschaffung
- Ein Tier kostet ca. € 80–300, je nach Herkunft.
Die Erstausstattung für ein Paar inklusive großem Gehege, Schlafhäuser, Kletter- und Versteckmöglichkeiten, Toiletten, Einstreu, Transportbox, Spielzeug und Napf/Trinkflasche kann mehrere hundert Euro kosten. - Laufende Kosten
- Für zwei Frettchen solltest du realistisch mit mindestens € 80–200 pro Monat rechnen. (Futter, Einstreu für Toiletten, Reinigungsmittel, Ersatz von Hängematten, Spielzeug, etc.)
Regelmäßige tierärztliche Behandlungen (Impfungen, Kontrollen, Parasitenprophylaxe) und unvorhergesehene Behandlungen (Operationen, innere Erkrankungen etc.) können jederzeit hohe Kosten von mehreren hundert Euro betragen.
Haltung
Gruppengröße
Frettchen sind sehr soziale Tiere und sollten mindestens paarweise gehalten werden.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Grundprinzip: Frettchen brauchen ein großes, strukturiertes Gehege und täglichen mehrstündigen Freilauf.
- Innenhaltung: Großes Innengehege oder ein eigenes Frettchenzimmer mit mehreren Ebenen, Verstecken, Röhren, Hängematten und Klettermöglichkeiten. Boden- und Wandelemente müssen sicher und gut zu reinigen sein.
- Außengehege: Für 2 Tiere mindestens 10 m² Grundfläche, für jedes weitere Tier +2,5 m². Das Gehege muss teilweise überdacht und beschattet sein und über ausreichend Kletter-, Versteck- und Grabmöglichkeiten sowie gut isolierte Schlafboxen verfügen.
- Ein- und Ausbruchssicherheit: Frettchen können graben, klettern und sich durch kleine Spalten zwängen. Zäune müssen nach unten gesichert und Lücken konsequent geschlossen sein. Diese Maßnahmen schützen die Frettchen auch vor Feinden.
- Raumklima: Keine extreme Hitze, keine Zugluft. Innenräume gut belüften, aber sicher gegen Entweichen.
- Haushaltssicherheit: Bei Freilauf müssen Schubladen, Schranktüren, Waschmaschine/Geschirrspüler, Kabel und giftige Pflanzen gesichert werden.
Ernährung
- Frettchen sind Fleischfresser mit hohem Protein- und Fettbedarf.
- Hauptfutter: spezielles Frettchenfutter (hoher Fleischanteil, wenig Kohlenhydrate).
- Regelmäßig frisches Fleisch (z. B. Rind, Geflügel) als Ergänzung; auf Hygiene achten.
- Leckerlis nur in Maßen (z. B. Fleischsnacks, Pasten); zuckerhaltige Produkte vermeiden.
- Stets Zugang zu frischem Wasser in stabilen Schüsseln oder Trinkflaschen.
- Plötzliche Futterumstellungen vermeiden – langsam an neue Sorten gewöhnen.
Betreuungsaufwand
- Tägliche Fütterung und Kontrolle von Wasser, Toiletten und Allgemeinbefinden
- Täglich mehrere Stunden beaufsichtigter Freilauf und aktive Beschäftigung
- Regelmäßige Reinigung von Toiletten (2x täglich), Gehege und Schlafplätzen
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen (z.B. Impfungen)
- Beobachtung von Gewicht, Fell, Verhalten und Sozialstruktur in der Gruppe
Besonderheiten der Frettchenhaltung
- Geruch: Frettchen haben einen starken Eigengeruch, der auch bei sauberer Haltung präsent ist. Das Entfernen der Geruchsdrüsen ist verboten.
- Aktivität: Frettchen sind dämmerungs- und tagaktiv in mehreren Phasen. Sie schlafen viel, sind in ihren Wachphasen aber sehr aktiv.
- Intelligenz: Frettchen sind lernfähig und neugierig. Klickertraining, Suchspiele und Tunnelparcours können helfen sie geistig auszulasten.
- Frettchensicherung: Durch ihre Schlankheit gelangen sie in kleinste Spalten. Vor dem Einzug sollten Wohnung oder Gehege konsequent abgesichert werden.
Tierschutz
- Die Haltung ist nur für erfahrene Erwachsene geeignet!
- Frettchen brauchen in der Wohnung täglich mehrere Stunden Freilauf außerhalb des Geheges.
- Bei Außenhaltung gelten Mindestmaße von 10 m² für 2 Tiere. Das Gehege muss ausbruchssicher, teilweise überdacht, beschattet und strukturiert sein.
- Das Entfernen der Geruchsdrüsen ist verboten.
ACHTUNG Qualzucht: Züchtungen mit tierschutzrelevanten Merkmalen (z. B. Langhaarigkeit, Sonderfarben) sind abzulehnen.
Links
- 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Merkblätter über Kleinsäuger der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.
- Tierschutzombudsstelle Wien
Hinweise zu Sozialverhalten, Platzbedarf, Geruch und Schwierigkeiten in der Praxis.