- Ausbruchssicheres Terrarium mit ausreichender Höhe und Doppellüftung
- Wärmequelle(n) + Thermostat-Regelung für stabile Temperaturen
- Beleuchtung für Tag-Nacht-Rhythmus
- Mehrere Verstecke (warm/kühl) und strukturierende Einrichtung (Kletteräste, Rückzugsbereiche)
- Großzügiges Wasserbecken/Wasserschale
- Messgeräte (Thermometer, ggf. Hygrometer)
- raue Oberflächen (z. B. Rindenstücke) für eine problemlose Häutung
Königspython
Zeitaufwand
Regelmäßige Kontrolle, sowie laufende Terrarienpflege. Fütterung je nach Alter alle 7-10 Tage bzw alle 4–6 Wochen.
Kosten
Anfangs mittlere bis höhere Kosten, danach laufend für Strom und Futtertiere.
Lebenserwartung
Etwa 20 bis 40 Jahre möglich.
Platzbedarf
Terrarium mit ausreichender Grundfläche und Struktur, Mindestmaße sind nur Untergrenze.
Der Königspython (Python regius) ist eine ungiftige, nachtaktive Schlange aus West- und Zentralafrika und erreicht meist eine Gesamtlänge von 120 bis 150 cm. Er wirkt auf den ersten Blick „pflegeleicht“, wird aber oft unterschätzt: Für eine artgerechte Haltung braucht er u.a. ein ausreichend großes, ausbruchssicheres Terrarium mit mehreren engen Verstecken, einem stabilen Temperaturgefälle sowie einer passenden Luftfeuchtigkeit.
Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung von Königspythons
Sind Königspythons für Einsteiger*innen geeignet?
Kann man Königspythons gemeinsam halten?
Wie oft und womit wird gefüttert?
Was bedeutet Futterverweigerung – und wann wird es kritisch?
Kosten
- Anschaffung
- Je nach Alter, Farbform und Herkunft zahlst du pro Tier ca. € 80–250.
Für die Erstausstattung inklusive Terrarium, Technik und Einrichtung solltest du, je nach Größe und Qualität, ca. € 400–1.500 einplanen. - Laufende Kosten
- Die laufenden Kosten liegen bei ca. € 150–450 pro Jahr für Futtertiere, Strom, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile. Zusätzlich können jederzeit hohe Kosten für Behandlungen bei Tierärzt*innen hinzukommen.
Haltung
Gruppengröße
Die Haltung erfolgt vorzugsweise einzeln. Eine Vergesellschaftung von Weibchen ist unter geeigneten Bedingungen häufig möglich, während männliche Tiere zu potenzieller Unterdrückung neigen können.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Terrarium ausreichend groß - für ein adultes Tier wäre das eine gesetzliche Mindestgröße von 0,90 m² Grundfläche und einer Höhe von 0,70 m z.B. 150 x 60 x 70 (L x B x H); ausbruchssicher, mit Doppellüftung;
- Temperaturgefälle (tagsüber ca. 24–28 °C, lokaler Wärmepunkt bis ca. 35 °C; nachts ca. 18–22 °C)
- Luftfeuchtigkeit im passenden Bereich (je nach Empfehlung/Quelle ca. 60–90 %), mit geeigneten feuchteren Bereichen; regelmäßiges Sprühen etwa 2–3 Mal pro Woche
- Struktur: Kletteräste und abwechslungsreiche Einrichtung
- Raue Oberflächen (z. B. Rindenstücke) zur Unterstützung der Häutung
- Ruhiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Dauerlärm/ständige Erschütterungen.
Ernährung
Verfüttert werden tote Mäuse oder Ratten in einer der Schlange entsprechenden Größe – die Futtergröße passend zum Körpergewicht wählen (ca. 15–20 % des Körpergewichts als Richtwert). Die Fütterung sollte bevorzugt in den Abend- bzw. Nachtstunden erfolgen.
- Tiefgekühlte Tiere im Wasserbad auf Körpertemperatur (ca. 37 °C) erwärmen und mit einer Futterzange anbieten (ggf. mit leichten Lockbewegungen).
- Fütterung: ca. alle 7-10 Tage bei frisch geschlüpften Schlangen, bis alle 4–6 Wochen bei adulten Tieren - wobei der Ernährungszustand des Tieres beobachtet und die Fütterung individuell angepasst werden muss.
- Futterverweigerung kann vorkommen (z. B. bei Stress, Häutung, Umstellung, Krankheit); bei deutlichem Gewichtsverlust muss ein*e Tierarzt/Tierärztin aufgesucht werden.
Betreuungsaufwand
- Tägliche Sichtkontrolle: Verhalten, Gesundheit, Technik
- Wasser wechseln und Sauberkeit prüfen
- Kot/verschmutzte Stellen zeitnah entfernen
- Regelmäßige Grundreinigung und nach Bedarf
- Häutung beobachten und die Häutungsreste entfernen - bei Problemen Haltungsparameter prüfen
Strukturierung, Temperatur & Überwinterung
Das Terrarium sollte mit Kletterästen, mehreren Verstecken, einem Wasserbecken sowie mehreren Wärmequellen ausgestattet sein. Bei Bedarf kann eine leichte Zusatzheizung verwendet werden. Als Bodengrund eignet sich Torf.
Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 24 und 28 °C liegen, wobei ein lokaler Wärmepunkt bis ca. 35 °C warm sein soll. Nachts soll die Temperatur auf 18 bis 22 °C absinken.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60 und 90 % liegen. Zudem ist etwa ein Viertel des Bodens dauerhaft leicht feucht zu halten.
Im Winter wird die Beleuchtungsdauer um 2 bis 4 Stunden verkürzt und die Temperatur um 4 bis 6 °C abgesenkt.
Tierschutz
- Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
- Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG).
- Zu kleines, schlecht strukturiertes Terrarium und instabile Temperaturen bedeuten Stress und sind nicht artgerecht.
- Es sollte darauf geachtet werden, keine Tiere mit Qualzuchtmerkmalen zu erwerben (z. B. Spider)
Links
- 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Stadt Wien – Haltung und Zucht von Wildtieren (Exoten) – Meldung
Informationen zur Meldepflicht für exotische Wildtiere in Wien - Tierschutz Austria – Tierprofil Königspython
Praxisnahe Hinweise zur artgerechten Terrariengestaltung (Beispielwerte) - Handbuch - Exoten-Kunde
Handbuch zum Sachkundenachweis für die Haltung von Reptilien und Amphibien in Wien