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Qualzucht bei Hunden

Qualzucht bedeutet, dass Tiere so gezüchtet werden, dass bestimmte gewünschte Merkmale entstehen, obwohl diese Merkmale das Tier krank machen, Schmerzen verursachen oder wichtige Körperfunktionen einschränken. Typisch sind Extreme beim Körperbau, die „süß“ oder „besonders“ wirken, aber mit Atemproblemen, Entzündungen, Augen- und Gelenkschäden oder Wirbelsäulenproblemen einhergehen können. Im Folgenden siehst du anhand konkreter Punkte, welche Merkmale besonders kritisch sind und woran du erkennen kannst, ob ein Hund körperlich gesund gebaut ist.

ACHTE AUF DIESE
MERKMALE
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Basiert auf der Infografik von www.innatehealthassessment.org

Unsichtbare Risiken

Verlange Befunde der Eltern-Tiere

Guter Eindruck reicht nicht. Viele Probleme sieht man einem Welpen nicht an – sie zeigen sich erst später (z. B. Arthrose, Herzkrankheiten, Augenerkrankungen, neurologische Probleme). Darum solltest du beim Züchter objektive Nachweise verlangen:

  • Gesundheitsbefunde der Elterntiere (und idealerweise auch von nahen Verwandten).

  • Schriftliche Ergebnisse – nicht nur mündlich „alles gut“.

Je nach Rasse sind relevant:

  • Hüfte/Elle (HD/ED, orthopädisches Screening) → Risiko für Schmerzen, Lahmheit, frühe Arthrose

  • Knie/Patella → Risiko für Luxationen, chronische Lahmheit, OPs

  • Herz (Auskultation, ggf. Herzultraschall/Doppler) → Risiko für Herzinsuffizienz, Leistungsschwäche

  • Augen (z. B. ECVO-Untersuchung) → Risiko für Schmerzen, Sehverlust, OPs

  • Gentests (rassespezifisch) → vermeidbare erbliche Defekte, die sonst „unsichtbar“ weitervererbt werden

Merksatz: Seriöse Zucht ist belegbar. Wenn Befunde fehlen oder Ausreden kommen, ist das ein Warnsignal.

Rasseimmanente Qualzuchtmerkmale

Bei manchen Rassen sind die „typischen“ Merkmale so extrem gezüchtet, dass sie häufig zu Leiden und chronischen Gesundheitsproblemen führen – das erhöhte Risiko ist im Zuchtziel angelegt. Diese Rassen solltest du also nur mit Vorsicht wählen oder besser ganz meiden.

  • Mops → häufig Atemnot, Überhitzung, Schlafprobleme, geringe Belastbarkeit (Kurzköpfigkeit).

  • Englische Bulldogge → häufig schwere Atem- und Bewegungsprobleme; oft hohe OP-/Behandlungskosten (extreme Körperform + Kurzköpfigkeit).

  • Französische Bulldogge → häufig Atemprobleme/Überhitzung; oft zusätzlich Rücken-/Nervenprobleme durch Wirbel-/Rutenanomalien.

  • Shar Pei → häufig chronische Hautentzündungen; oft auch schmerzhafte Augenprobleme durch Lidfehlstellungen (extreme Falten).

  • Cavalier King Charles Spaniel → erhöhtes Risiko für starke Schmerzen/neurologische Symptome (u. a. Syringomyelie); häufig auch Herzprobleme.

  • Dackel → erhöhtes Risiko für Bandscheibenprobleme mit Schmerzen bis hin zu Lähmungen (kurze Beine/ langer Rücken).

  • Nackthunde (z. B. Chinese Crested, Xolo, Peruanischer Nackthund) → häufig Zahn-/Gebissanomalien; hoher Hautschutz-/Pflegebedarf (Sonne/Kälte/Verletzungen).

Die Aufzählung ist nur beispielhaft. Auch andere Hunderassen können von Qualzucht betroffen sein.