- Großes, ausbruchssicheres Gehege mit mehreren Ebenen
- Verstecke/Schlafhäuser, Röhren, Korkelemente
- Sandbad (geeigneter Sand) in ausreichend großer Schale
- Ungiftiges Nagematerial: Äste, Holz, Pappe
- Heuraufe und mehrere Futterplätze (bei Gruppen)
- Stabile Trinkflasche oder schwerer Wassernapf
- Staubarme Einstreu; keine Katzenstreu als Einstreu
- Transportbox in ausreichender Größe
Degus
Zeitaufwand
30–60 Minuten pro Tag plus wöchentlicher Grundreinigung. Täglich Auslauf, Beschäftigung und Kontrolle.
Kosten
Monatlich ca. € 40–100 für Futter, Heu, Einstreu und Sand. Kosten für tierärztliche Behandlungen können stark variieren.
Lebenserwartung
5–8 Jahre, bei guter Haltung teils länger.
Platzbedarf
Empfohlen sind mindestens 2m² Grundfläche pro Paar, mehr Tiere brauchen mehr Fläche.
Degus sind tagaktive, sehr soziale und neugierige Nagetiere. Sie brauchen Artgenossen, ein großes, strukturiertes Gehege mit viel Klettermöglichkeiten, grabfähiger Einstreu und ein tägliches Beschäftigungsprogramm. Wichtig: Degus sind zuckerempfindlich – falsches Futter kann schnell gesundheitliche Probleme auslösen.
Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen
Bin ich bereit, Degus täglich zu beschäftigen und ihnen Auslauf zu geben?
Kann ich genug Platz für ein großes, hohes Gehege bereitstellen?
Bin ich bereit, bei der Ernährung konsequent zu sein?
Kann ich mir laufende Kosten und Tierarztbehandlungen leisten?
Passt ihr Nage- und Buddelverhalten zu meinem Zuhause?
Kosten
- Anschaffung
- Ca. € 30–100 pro Tier (je nach Herkunft)
Erstausstattung: € 250–600 großes, mehrstöckiges Gehege, Einrichtung, Sandbad, Heu, Futter und Transportbox - Laufende Kosten
- Für die laufenden Kosten solltest du ca. € 40–100 pro Monat für Heu, Kräuter/Blätter, Hauptfutter, Einstreu und Sand einplanen.
Kosten für tierärztliche Behandlungen können stark schwanken, bei Zahn- und Atemwegsproblemen kann es teuer werden. Du solltest finanziell so abgesichert sein, dass du notwendige Behandlungen ohne Zögern ermöglichen kannst.
Haltung
Gruppengröße
Degus sind Gruppentiere und müssen mindestens paarweise, besser in einer stabilen Gruppe gehalten werden. Einzelhaltung ist verboten. Die Gruppenzusammensetzung muss so gewählt werden, dass es keinen Nachwuchs und möglichst wenig Konflikte gibt.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Haltung: Paar- oder Gruppenhaltung ist Pflicht. Vergesellschaftungen müssen geplant erfolgen, da Degus territorial sein können.
- Maße: Empfohlen sind mindestens 2 m² Grundfläche pro Paar mit einer Mindesthöhe von 1,5 m, mehr Tiere brauchen mehr Fläche. Die gesetzliche Mindestanforderung ist 100 × 50 × 100 cm (L×B×H) pro Paar.
- Struktur: Dreidimensionaler Aufbau mit mehreren Ebenen, Rampen und Klettermöglichkeiten.
- Einstreu: Empfohlen sind mindestens 50 bis 60 cm, damit Buddeln möglich ist.
- Sandbad: Ein Sandbad muss angeboten werden (geeigneter Chinchilla-/Degu-Sand, kein staubiger Quarzsand).
- Standort: Ruhig, hell (ohne direkte pralle Sonne), zugluftfrei. Natürlicher Tag-/Nachtrhythmus.
- Auslauf: Bei Käfighaltung mehrmals wöchentlich Auslauf außerhalb des Geheges; in der Praxis ist täglicher gesicherter Auslauf sinnvoll.
Ernährung
- Basis: Heu rund um die Uhr + getrocknete Kräuter/Blätter und strukturreiches Grünfutter, sowie Nagematerial.
- Hauptfutter: geeignetes Degu-Futter (zuckerarm, rohfaserreich).
- Wichtig: Degus sind zuckerempfindlich – Obst, süße Snacks und viele Fertig-Leckerlis sind tabu.
- Eiweiß/Fett: nur sehr sparsam (z. B. wenige Saaten), sonst steigt das Risiko für Übergewicht.
- Wasser: immer frisch verfügbar.
Betreuungsaufwand
- Täglich Futter/Wasser, kurzer Gesundheitscheck (Augen, Atmung, Aktivität)
- Mehrmals wöchentlicher Auslauf und tägliche Beschäftigung (Klettern, Suchspiele)
- Regelmäßige Reinigung vom Gehege
- Wöchentliche Grundreinigung von Ebenen, Häuschen; Sandbad nach Bedarf erneuern
- Tierärzt*in bei Auffälligkeiten kontaktieren – besonders Zähne und Gewicht im Blick behalten
Zucker, Zähne und Beschäftigung
Degus sind in Haltung und Fütterung anspruchsvoller als viele denken.
- Zucker: Degus reagieren empfindlich – falsches Futter kann Stoffwechselprobleme verursachen. Obst und süße Snacks sind daher keine Belohnung, sondern ein Risiko.
- Zähne: Deguzähne wachsen ständig. Viel Rohfaser (Heu) und Nagematerial sind Pflicht. Bei Problemen (Speicheln, Gewichtsverlust) muss sofort ein*e fachkundige*r Tiermediziner*in aufgesucht werden.
- Beschäftigung: Wechselnde Kletterwege, Röhren, Kartons und Futtersuche (Foraging) halten sie mental fit.
Tierschutz
- Einzelhaltung ist verboten.
- Gute Strukturierung ist wichtig, damit die Tiere die Fläche auch nutzen.
- Ausreichende Einstreuhöhe und Sandbad sind Pflicht, weil sie Fellpflege und Buddelverhalten ermöglichen.
- Degus sind keine Kuscheltiere: Stress durch häufiges Angreifen/Wecken vermeiden. Niemals am Schwanz ziehen, da die Schwanzhaut sehr leicht abreißen kann!
ACHTUNG Qualzucht: Züchtungen mit tierschutzrelevanten Merkmalen (z. B. Rex-Degus, Haarlosigkeit) sind abzulehnen.
Links
- 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Schweizer Tierschutz STS – Degus (PDF)
Tierschutzempfehlungen zur Gehegegröße, Struktur und Beschäftigung.