Hunde brauchen täglich ihren Bedürfnissen angepasste Bewegung und geistige Beschäftigung unabhängig von der Wohnsituation und dem Vorhandensein eines Gartens.
Dazu braucht der Hund ein bis zwei Spaziergänge täglich – auch bei Regen oder Schnee - die ihm die Möglichkeit geben, seine Umwelt zu erkunden, zu schnüffeln, Umweltreize wahrzunehmen und sich im eigenen Tempo zu bewegen. Dies geht am besten im Freilauf, soweit es gesetzlich erlaubt und aufgrund eines verlässlichen Rückrufs möglich ist, oder aber an einer langen Schleppleine. Dauer und Art der Bewegung hängen vom Alter, der Größe und dem Gesundheitszustand des Hundes ab.
Kurze Runden um den Block oder in den nächsten Park können keinen Spaziergang ersetzen, sind aber zusätzlich zum „Gassigehen“ nötig, damit der Hund drei- bis viermal täglich die Möglichkeit bekommt, Harn und Kot abzusetzen.
In der Stadt ist auf geeignete Auslaufmöglichkeiten, sichere Wege und Rückzugsmöglichkeiten (z. B. ruhige Parks, Grünbereiche) zu achten, die an die Bedürfnisse des Hundes angepasst sind und ihm z.B. Sozialkontakt zu anderen Hunden ermöglichen oder ihn vor angsteinflößenden Begegnungen bewahren.
Zusätzlich zu den täglichen Spaziergängen und Bewegung brauchen Hunde auch regelmäßige geistige Auslastung durch Suchspiele, das Erlernen neuer Übungen oder Denkaufgaben. Besonders gilt das für sensible und stressanfällige Hunde sowie besonders aktive Hunde, wie junge Hunde oder Arbeitshundetypen.
Neben Bewegung und Beschäftigung ist für Hunde wichtig, ausreichend Ruhe und Schlaf zu bekommen. Bei einem normalen erwachsenen Hund spricht man von einem Schlafbedürfnis von mindestens 17 Stunden täglich. Welpen, bereits gestresste Hunde oder ältere und kranke Hunde brauchen noch mehr Ruhe und Schlaf.
Erziehung und Alltagstauglichkeit
Für ein harmonisches Zusammenleben mit dem Menschen und das sichere Unterwegssein im öffentlichen Raum muss der Hund einige Grundregeln erlernen, wie zum Beispiel das Gehen an lockerer Leine, ruhiges Warten, verlässlichen Rückruf und angemessenes Verhalten bei Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen (Passant*innen, Jogger*innen,…).
Hunde lernen am besten dann, wenn ihnen das richtige Verhalten gezeigt und sie dafür belohnt werden. Eine Erziehung über Druck und Strafe ist hingegen nicht mehr zeitgemäß und nicht tiergerecht.
Unabhängig davon, ob man den Hund selber erzieht oder die Dienste von tierschutzqualifizierten Trainer*innen (im Einzelsetting oder in einer Gruppe) in Anspruch nimmt, ist auf den Einsatz von positiven Trainingsmethoden zu achten. Im Vordergrund der Erziehung sollten jene Übungen stehen, die der Hund für die Bewältigung seines Alltags braucht. Wer darüber hinausgehenden Hundesport betreiben möchte, sollte ebenfalls auf positive Trainingsmethoden Wert legen und darauf achten, den Hund nicht zu überfordern oder ihn unangemessenen Trainingssituationen auszusetzen.