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Kaninchen

Zeitaufwand

Täglich 30–90 Minuten für Futterkontrolle, Pflege, Beobachtung und Reinigung des Geheges.

Kosten

Ca. € 130 monatlich für Futter, Einstreu und tierärztliche Behandlungen für zwei Kaninchen.

Lebenserwartung

Durchschnittlich 7–8 Jahre, Kaninchen können bis zu 15 Jahre alt werden.

Platzbedarf

Empfehlung: 6 m² Grundfläche für zwei Tiere mit Verstecken, Struktur, Zonen zum Graben und zusätzlich täglichem Auslauf.

Kaninchen sind soziale, bewegungsfreudige Tiere, die viel Platz, frisches Futter und mindestens einen Artgenossen brauchen. Sie sind dämmerungsaktiv und benötigen Möglichkeiten zum Graben, Nagen, Verstecken – sowie dauerhaften Zugang zu Wasser, gutem Heu und grünem Frischfutter (Kräuter, Wiesengrün, Bittersalate). Eine artgerechte Haltung umfasst ausreichend Auslauf, Struktur und Beschäftigung. ACHTUNG: Kaninchen knabbern wirklich alles durch, was nicht geschützt ist: Kabel, Holzfenster, Sofas etc.

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Factsheet

Alle Informationen auf einen Blick zum Ausdrucken

Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen

Bin ich bereit, eine Kaninchen-Gruppe zu halten?

Kaninchen sind hochsoziale Tiere und dürfen niemals allein gehalten werden. Eine stabile Gruppe bedeutet mehr Verantwortung, größere Flächen und mehr Pflegeaufwand.

Kann ich dauerhaft genügend Platz zur Verfügung stellen?

Empfohlen wird ein großes, strukturiertes Gehege von mindestens 6 m² für 2 Tiere. Zusätzlich benötigen sie Bereiche zum Graben, Verstecken und schnellem Laufen.

Habe ich Zeit für tägliche Versorgung und regelmäßige Gesundheitskontrollen?

Kaninchen benötigen tägliche Fütterung, Kontrolle, Reinigen der Futterplätze und Beobachtung ihres Sozial- und Fressverhaltens. Bei Verhaltensänderungen ist sofortiges Reagieren wichtig, da Kaninchen Krankheiten oft spät zeigen.

Kann ich mir die laufenden Kosten und mögliche tierärztliche Behandlungen leisten?

Futter, Einstreu und tiermedizinische Versorgung (z. B. Zahnprobleme, Verdauungsstörung, Impfungen) verursachen Kosten. Für solche Behandlungen solltest du finanzielle Rücklagen einplanen.

Sind Kaninchen Streicheltiere?

Nein. Kaninchen wollen und sollen nicht hochgehoben oder bedrängt werden. So eignen sich diese Tiere mehr zum Beobachten als zum Berühren.

Kosten

Anschaffung
Tierheim-Schutzgebühr: € 30-80 pro Tier. Aus einer Zuchtstätte ca. das Doppelte. Bereits kastrierte Tiere sind in der Anschaffung teurer, bieten aber den Vorteil das Narkoserisiko überstanden zu haben. Wichtig: Die Kosten für die Tiere machen nur einen Bruchteil der Gesamtausgaben aus! Ungefähr € 300–500 rechnet man für die Erstausstattung.
Laufende Kosten
Ca. € 130 monatlich für 2 Kaninchen (inklusive Rücklage für tierärztliche Behandlungen. Diese Kosten können schnell hunderte Euro verursachen!)

Haltung

Gruppengröße

Kaninchen sind Gruppentiere und dürfen niemals allein gehalten werden. Für Anfänger*innen empfiehlt es sich ein Pärchen - also ein kastriertes Männchen und ein Weibchen, die sich idealerweise schon gut verstehen - zu halten. Eine ideale Haltung wäre mit mehreren Tieren. Die Vergesellschaftung ist jedoch komplex, da sie sehr enge soziale Bindungen eingehen. Der Verlust eines Partners und die Integration eines neuen Tieres sind oft schwierig und können sich über lange Zeit hinziehen oder im ungünstigsten Fall auch scheitern. Die Gruppenzusammensetzung muss so gewählt werden, dass es keinen Nachwuchs gibt.

Ausstattung

  • Mehrere Unterschlüpfe zum Zurückziehen
  • Strukturierung mit erhöhten Ebenen, Zweigen und Naturmaterialien
  • Futterstellen und Trinkmöglichkeiten verteilt im Gehege
  • Je mehr Platz desto besser z.B. durch eigenes Kaninchenzimmer
  • Transportbox in ausreichender Größe für zwei Tiere (da man immer beide gemeinsam zur tierärztlichen Kontrolle bringen sollte)

Platz & Umgebung

  • Gehege: Große, strukturierte Flächen sind entscheidend. Täglich gesicherter Auslauf.
  • Untergrund: Grabfähiger Boden ist Pflicht z.B. Buddelkiste mit Erde, Holzhackschnitzel, etc.
  • Verstecke: Naturmaterialien, Hütten und Unterstände müssen reichlich vorhanden sein.
  • Außengehege: Empfehlenswert, wenn es sicher vor Raubfeinden geschützt und auch nach unten in den Boden hinein abgesichert ist. Trockene, geschützte Unterstände müssen vorhanden sein. Kaninchen sind „wetterfest“, solange sie schrittweise an Temperaturen gewöhnt werden und jederzeit Schutz (auch vor direkter Sonneneinstrahlung!) aufsuchen können.

Ernährung

  • Hauptnahrung: rohfaserreiche Kost aus Heu, Gras und Kräutern
  • Ständiger Zugang zu frischem Wasser (Schüssel!)
  • Zusätzlich frisches Grünfutter (Löwenzahn, Bittersalate, Grünkohl, Gurke, Fenchel, etc.)
  • Täglich frisches Nagematerial (Äste, Zweige)
  • Kein Brot!

Wichtig: JEDES für das einzelne Tier neue Futter MUSS unbedingt über mehrere Tage in münzgroßen Stücken/kleinsten Mengen schrittweise angewöhnt werden, besonders frisches Grün, Kohl, Obst etc.

Betreuungsaufwand

  • Tägliche Versorgung mit frischem Futter und Wasser
  • Sauberkeit im Gehege sicherstellen
  • Regelmäßige Gesundheitskontrollen und tiermedizinische Versorgung
  • Beobachtung des Sozialverhaltens - Achtung auf Wesensänderung!

Graben & Beschäftigung

Kaninchen sind leidenschaftliche Gräber und benötigen Möglichkeiten für natürliche Verhaltensweisen.

  • Grabzonen: Bereiche mit lockerer Erde, Sand oder tiefer Einstreu (Kein klumpendes Katzenstreu!).
  • Wechselnde Strukturen: Neue Verstecke, Hindernisse und Tunnel bringen Abwechslung.
  • Knabbermaterial: Frische Zweige und geeignetes Holz helfen beim natürlichen Zahnabrieb.

Tierschutz

  • Einzelhaltung ist verboten!
  • Keine Haltung zusammen mit Meerschweinchen.
  • Ausschließliche Käfighaltung ist nicht tiergerecht.
  • Handelsübliche Kleinkäfige sind nicht geeignet.
  • Kaninchen dürfen nach Gewöhnung ganzjährig im Freien gehalten werden, wenn sie einen trockenen Stall, der Schutz vor Feinden bietet, haben.

ACHTUNG Qualzucht: Züchtungen mit tierschutzrelevanten Merkmalen (z. B. Schlappohren, Zwergwüchsigkeit, Satin-Züchtungen) sind abzulehnen. Gerade bei diesen Tieren ist mit erhöhten Kosten und jahrelangem tierärztlichen Aufwand zu rechnen. So haben z. B. die meisten Widderkaninchen (Schlappohren) Ohrgrundabszesse und Zahnprobleme, die extreme Schmerzen verursachen.