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Griechische Landschildkröte

Zeitaufwand

Tägliche Kurz-Kontrolle (Wetter, Schutzhaus, Wasser), in der Saison regelmäßige Gehegepflege.

Kosten

Hohe Anfangskosten (Gehege/Frühbeet/Technik), laufend moderat (Strom, Substrat, Tierarzt).

Lebenserwartung

Je nach Art über 70 Jahre. Die sehr lange Lebenserwartung muss bei der Entscheidung unbedingt berücksichtigt werden.

Platzbedarf

Freilandgehege erforderlich; je größer, desto artgerechter.

Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist eine europäische Landschildkröte und ein sehr langlebiges Heimtier. Artgerechte Haltung bedeutet in erster Linie: ganzjährige Freilandhaltung im gesicherten Außengehege mit einem wetterfesten, beheizbaren Schutzhaus (z. B. Frühbeet oder kleines Gewächshaus) – ein reines Wohnungsterrarium ist dafür nicht geeignet. Wichtig sind außerdem naturnahe Struktur (Sonnen- und Schattenplätze, Verstecke, Hügel/Steine), passende Ernährung und eine fachgerecht durchgeführte Überwinterung.

Factsheet

Alle Informationen auf einen Blick zum Ausdrucken

Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung

Braucht die Griechische Landschildkröte ein Außengehege?

Ja. Artgerechte Haltung erfolgt im gesicherten Freilandgehege mit Sonnen- und Schattenplätzen, Verstecken, sowie einem Schutzhaus (Frühbeet/Gewächshaus), in dem sich das Tier bei Kälte oder Regen aufwärmen kann.

Ist eine Überwinterung notwendig?

Für europäische Landschildkröten ist eine Überwinterung (mehrere Monate bei niedrigen Temperaturen) ein wichtiger Teil im Jahresrhythmus. Sie muss gut vorbereitet und fachgerecht durchgeführt werden, um Risiken zu minimieren.

Gibt es rechtliche Pflichten (Artenschutz/CITES)?

Europäische Landschildkröten unterliegen dem Artenschutz. Beim Kauf solltest du auf vollständige Papiere achten und dich über Meldepflichten und Nachweispflichten am Wohnort informieren (je nach Bundesland/Behörde).

Kann man mehrere Tiere zusammen halten?

Das hängt von Platz, Struktur und Geschlecht ab. Männchen können sich heftig bekämpfen. Wenn mehrere Tiere gehalten werden, braucht es viel Fläche, Sichtbarrieren und Rückzugsmöglichkeiten. Ohne ausreichend Platz ist Einzelhaltung oft die bessere Wahl.

Welche typischen Anfängerfehler führen zu Problemen?

Häufige Fehler sind zu kleine Gehege, fehlende Sicherung gegen Ausbruch und Fressfeinde, zu wenig Sonne/UV und Wärme, falsche Ernährung (zu energiereich) sowie eine falsch vorbereitete oder ausgelassene Überwinterung.

Kosten

Anschaffung
Ca. € 80–250 pro Tier je nach Alter, Herkunft und Papieren.
Die Erstausstattung ist teuer. Freilandgehege, Frühbeet/Gewächshaus, Technik und Einrichtung können häufig € 600–2.500 kosten, je nach Größe und Qualität.
Laufende Kosten
Ca. € 300-500 pro Jahr (Futter, Strom für Schutzhaus/Technik, Substrat, Saatgut/Pflanzen, Verbrauchsmaterial).
Zusätzlich können unvorhergesehene Kosten für Behandlungen bei Tierärzt*innen entstehen.

Haltung

Gruppengröße

Die Haltung ist einzeln oder in geeigneten Gruppen möglich, erfordert aber viel Platz, Struktur und fachkundige Planung. Man sollte auf eine harmonische Zusammensetzung achten - aggressive Tiere (insbesondere aufdringliche Männchen) sollten voneinander getrennt gehalten werden. Prinzipiell wird empfohlen nicht mehrere Männchen gemeinsam zu halten.

Ausstattung

  • Gesichertes Freilandgehege (Ausbruchschutz + Schutz vor Fressfeinden)
  • Frühbeet oder kleines Gewächshaus als Schutzhaus
  • Wärme-/Lichttechnik nach Konzept (z. B. Strahler im Schutzhaus) + sichere Steuerung
  • Verstecke, Steine, Holz, Pflanzen, Strukturierungselemente
  • Flache Wasserschale (täglich frisches Wasser)
  • Material für naturnahen Untergrund und ggf. Überwinterungslösung

Platz & Umgebung

  • Ganzjährige Freilandhaltung im gesicherten Außengehege (Ausbruch- und Fressfeindsicherung) und Überwinterungsmöglichkeit
  • Schutzhaus (Frühbeet/Gewächshaus) mit Rückzug, Wärmemöglichkeit und trockenem Bereich
  • Struktur: Sonnen- und Schattenplätze, Verstecke, Hügel/Steine, dichte Bereiche und offene Zonen
  • Untergrund zum Graben (naturnah, drainiert, nicht dauerhaft nass)
  • Überwinterung als Teil des Jahresrhythmus (fachgerecht vorbereiten und durchführen)

Ernährung

Im Frühling erhalten Landschildkröten frische dunkelgrüne Blätter (z. B. Löwenzahn, Erdbeer- und Himbeerblätter, Gänseblümchen, Vogelmiere, Spitzwegerich, Petersilie etc.), ergänzend kann Heu gereicht werden. Im Sommer sollte der Anteil an Heu oder getrockneten Kräutern erhöht und der Anteil an Frischfutter reduziert werden.

  • Frisches Wasser muss täglich zur Verfügung stehen
  • Kopfsalat und Spinat sind nicht geeignet
  • Gemüse nur gelegentlich als Leckerbissen
  • Von Obst wird abgeraten, da es zu energiereich ist

Betreuungsaufwand

  • Tägliche Kontrolle von Tier, Wasser und Schutzhaus
  • Regelmäßige Gehegepflege (Struktur erhalten, Pflanzen nachsetzen, Kotstellen entfernen)
  • Saisonale Aufgaben: Einrichten/Anpassen des Schutzhauses, Temperaturmanagement
  • Gesundheitsbeobachtung (Gewicht/Kondition), bei Auffälligkeiten reptilienkundige Tierärzt*innen aufsuchen
  • Vorbereitung und Überwachung der Überwinterung

Gehege, Struktur & Überwinterung

Das Freilandgehege sollte an einem sonnigen und windgeschützten Platz stehen.

Darin soll sich ein trockenes Schutzhaus mit einem Boden zum Eingraben befinden. Der Eingang des Schutzhauses sollte nach Osten oder Südosten zeigen.

Es müssen sonnige Plätze mit trockenem Boden vorhanden sein. Ein kleiner Hügel dient als Platz für die Eiablage. Verstecke unter kleinen Büschen, Stauden, Steinen oder Wurzeln sind wichtig.

Eine Wasserstelle muss vorhanden sein.

Junge Tiere benötigen eine Gitterabdeckung als Schutz vor Vögeln und anderen Raubtieren.

Als Bodengrund eignen sich Blumenwiese, Lehmerde, Sand und stellenweise Schotter.

Die Temperatur sollte tagsüber mindestens 15 °C betragen. Nachts sollte sie nicht unter 10 °C fallen.

Besondere Hinweise

  • Die Tiere halten eine Überwinterung von 3 bis 5 Monaten.
  • Während dieser Zeit sollte die Temperatur zwischen 4 °C und 6 °C liegen.

 

Tierschutz

  • Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
  • Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG)
  • Artenschutz beachten: Nur Tiere mit vollständigen Papieren übernehmen/kaufen.
  • Haltungsform: Freilandgehege mit Schutzhaus und Überwinterungsmöglichkeit ist der tierschutzgerechte Standard.
  • Zu kleine Gehege, fehlende Fressfeindsicherung und falsche Ernährung sind häufige Tierschutzprobleme.