- Gesichertes Freilandgehege (Ausbruchschutz + Schutz vor Fressfeinden)
- Frühbeet oder kleines Gewächshaus als Schutzhaus
- Wärme-/Lichttechnik nach Konzept (z. B. Strahler im Schutzhaus) + sichere Steuerung
- Verstecke, Steine, Holz, Pflanzen, Strukturierungselemente
- Flache Wasserschale (täglich frisches Wasser)
- Material für naturnahen Untergrund und ggf. Überwinterungslösung
Griechische Landschildkröte
Zeitaufwand
Tägliche Kurz-Kontrolle (Wetter, Schutzhaus, Wasser), in der Saison regelmäßige Gehegepflege.
Kosten
Hohe Anfangskosten (Gehege/Frühbeet/Technik), laufend moderat (Strom, Substrat, Tierarzt).
Lebenserwartung
Je nach Art über 70 Jahre. Die sehr lange Lebenserwartung muss bei der Entscheidung unbedingt berücksichtigt werden.
Platzbedarf
Freilandgehege erforderlich; je größer, desto artgerechter.
Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist eine europäische Landschildkröte und ein sehr langlebiges Heimtier. Artgerechte Haltung bedeutet in erster Linie: ganzjährige Freilandhaltung im gesicherten Außengehege mit einem wetterfesten, beheizbaren Schutzhaus (z. B. Frühbeet oder kleines Gewächshaus) – ein reines Wohnungsterrarium ist dafür nicht geeignet. Wichtig sind außerdem naturnahe Struktur (Sonnen- und Schattenplätze, Verstecke, Hügel/Steine), passende Ernährung und eine fachgerecht durchgeführte Überwinterung.
Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung
Braucht die Griechische Landschildkröte ein Außengehege?
Ist eine Überwinterung notwendig?
Gibt es rechtliche Pflichten (Artenschutz/CITES)?
Kann man mehrere Tiere zusammen halten?
Welche typischen Anfängerfehler führen zu Problemen?
Kosten
- Anschaffung
- Ca. € 80–250 pro Tier je nach Alter, Herkunft und Papieren.
Die Erstausstattung ist teuer. Freilandgehege, Frühbeet/Gewächshaus, Technik und Einrichtung können häufig € 600–2.500 kosten, je nach Größe und Qualität. - Laufende Kosten
- Ca. € 300-500 pro Jahr (Futter, Strom für Schutzhaus/Technik, Substrat, Saatgut/Pflanzen, Verbrauchsmaterial).
Zusätzlich können unvorhergesehene Kosten für Behandlungen bei Tierärzt*innen entstehen.
Haltung
Gruppengröße
Die Haltung ist einzeln oder in geeigneten Gruppen möglich, erfordert aber viel Platz, Struktur und fachkundige Planung. Man sollte auf eine harmonische Zusammensetzung achten - aggressive Tiere (insbesondere aufdringliche Männchen) sollten voneinander getrennt gehalten werden. Prinzipiell wird empfohlen nicht mehrere Männchen gemeinsam zu halten.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Ganzjährige Freilandhaltung im gesicherten Außengehege (Ausbruch- und Fressfeindsicherung) und Überwinterungsmöglichkeit
- Schutzhaus (Frühbeet/Gewächshaus) mit Rückzug, Wärmemöglichkeit und trockenem Bereich
- Struktur: Sonnen- und Schattenplätze, Verstecke, Hügel/Steine, dichte Bereiche und offene Zonen
- Untergrund zum Graben (naturnah, drainiert, nicht dauerhaft nass)
- Überwinterung als Teil des Jahresrhythmus (fachgerecht vorbereiten und durchführen)
Ernährung
Im Frühling erhalten Landschildkröten frische dunkelgrüne Blätter (z. B. Löwenzahn, Erdbeer- und Himbeerblätter, Gänseblümchen, Vogelmiere, Spitzwegerich, Petersilie etc.), ergänzend kann Heu gereicht werden. Im Sommer sollte der Anteil an Heu oder getrockneten Kräutern erhöht und der Anteil an Frischfutter reduziert werden.
- Frisches Wasser muss täglich zur Verfügung stehen
- Kopfsalat und Spinat sind nicht geeignet
- Gemüse nur gelegentlich als Leckerbissen
- Von Obst wird abgeraten, da es zu energiereich ist
Betreuungsaufwand
- Tägliche Kontrolle von Tier, Wasser und Schutzhaus
- Regelmäßige Gehegepflege (Struktur erhalten, Pflanzen nachsetzen, Kotstellen entfernen)
- Saisonale Aufgaben: Einrichten/Anpassen des Schutzhauses, Temperaturmanagement
- Gesundheitsbeobachtung (Gewicht/Kondition), bei Auffälligkeiten reptilienkundige Tierärzt*innen aufsuchen
- Vorbereitung und Überwachung der Überwinterung
Gehege, Struktur & Überwinterung
Das Freilandgehege sollte an einem sonnigen und windgeschützten Platz stehen.
Darin soll sich ein trockenes Schutzhaus mit einem Boden zum Eingraben befinden. Der Eingang des Schutzhauses sollte nach Osten oder Südosten zeigen.
Es müssen sonnige Plätze mit trockenem Boden vorhanden sein. Ein kleiner Hügel dient als Platz für die Eiablage. Verstecke unter kleinen Büschen, Stauden, Steinen oder Wurzeln sind wichtig.
Eine Wasserstelle muss vorhanden sein.
Junge Tiere benötigen eine Gitterabdeckung als Schutz vor Vögeln und anderen Raubtieren.
Als Bodengrund eignen sich Blumenwiese, Lehmerde, Sand und stellenweise Schotter.
Die Temperatur sollte tagsüber mindestens 15 °C betragen. Nachts sollte sie nicht unter 10 °C fallen.
Besondere Hinweise
- Die Tiere halten eine Überwinterung von 3 bis 5 Monaten.
- Während dieser Zeit sollte die Temperatur zwischen 4 °C und 6 °C liegen.
Tierschutz
- Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
- Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG)
- Artenschutz beachten: Nur Tiere mit vollständigen Papieren übernehmen/kaufen.
- Haltungsform: Freilandgehege mit Schutzhaus und Überwinterungsmöglichkeit ist der tierschutzgerechte Standard.
- Zu kleine Gehege, fehlende Fressfeindsicherung und falsche Ernährung sind häufige Tierschutzprobleme.
Links
- Schweizer Tierschutz STS – Merkblatt Europäische Landschildkröten (PDF)
Haltung (Freiland/Schutzhaus), Lebenserwartung, Ernährung, Überwinterung. - 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Stadt Wien – Haltung und Zucht von Wildtieren (Exoten) – Meldung
Informationen zur Meldepflicht für exotische Wildtiere in Wien - Handbuch - Exoten-Kunde
Handbuch zum Sachkundenachweis für die Haltung von Reptilien und Amphibien in Wien