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Aras

Zeitaufwand

Täglich 2–4 Stunden für Freiflug, Beschäftigung und Pflege. Zusätzlich regelmäßige Reinigung – Aras machen viel Schmutz und brauchen Struktur.

Kosten

Realistisch sind mehrere tausend Euro/Jahr plus Rücklage. Hohe laufende Kosten (Futter, Frischkost, Beschäftigungsmaterial) und gegebenenfalls hohe Behandlungskosten bei Tierärzt*innen.

Lebenserwartung

Aras können 50–80 Jahre alt werden (je nach Art). Die Tiere können ihre Halter*innen überleben!

Platzbedarf

Sehr große Voliere (für große Aras mind. 6×2,5×3 m) und täglich gesicherter Freiflug.

Aras zählen zu den größten und anspruchsvollsten Papageien. Sie sind sehr intelligent, extrem sozial, sehr laut (kilometerweit hörbar) und haben eine den Menschen vergleichbare Lebenserwartung. Sie brauchen eine sehr große Voliere, täglich gesicherten Freiflug und konsequente Beschäftigung. Bisse von Aras können zu schweren Verletzungen führen. Ihre Haltung sollte nur Expert*innen vorbehalten sein.

Factsheet

Alle Informationen auf einen Blick zum Ausdrucken

Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen

Bin ich bereit, mein Leben über Jahrzehnte an Aras anzupassen?

Aras können 50–80 Jahre alt werden. Betreuung, Platz und Kosten müssen über viele Lebensphasen gesichert sein – auch bei Umzug, Jobwechsel oder Krankheit.

Kann ich den enormen Platzbedarf wirklich dauerhaft bieten?

Aras brauchen sehr große Volieren (kleine Arten: mind. 4×2×3 m; große Arten mindestens 6×2,5×3 m) und täglich gesicherten Freiflug. Ohne dieses Platzangebot entstehen schnell Stress, permanentes Schreien und Selbstverletzungen.

Passt die Lautstärke zu mir, meinen Nachbarn und meinem Alltag?

Aras sind laut, besonders morgens und abends. Das ist kein Trainingsthema, sondern artbedingt. Das kann schnell ein Problem mit den Nachbar*innen werden.

Ist mir klar, dass die Zerstörungswut von Aras ein Problem werden kann?

Ihr kräftiger Hakenschnabel schafft es hartes Holz zu zerlegen. Möbel, Fußleisten oder Tapeten sind vor ihnen nicht sicher, weshalb sie spezielle Knabberäste und ein extrem stabiles, nagefestes Umfeld benötigen.

Kann ich damit umgehen, wenn die Vögel in der Brutsaison aggressiv werden?

Das Verhalten von Aras in der Brutsaison ist stark hormonell geprägt. Die Vögel werden extrem territorial, verteidigen ihr Nest vehement und können ein hochgradig aggressives und eifersüchtiges Verhalten zeigen.

Kosten

Anschaffung
1.000–10.000 € pro Tier, je nach Art, Herkunft und Papieren.
Mehrere tausend Euro für die Erstausstattung inklusive sehr großer Voliere, Sitz- und Kletterstrukturen, Transportkäfig, Einrichtung und Sicherheitsmaßnahmen.
Laufende Kosten
Monatlich ca. 100–300 € für Futter, Frischkost, Einstreu/Reinigung, frische Äste und Beschäftigungsmaterial. Kosten für Behandlungen bei vogelkundigen Tierärzt*innen können schnell sehr hoch werden (Notfälle, Diagnostik, OPs).

Haltung

Gruppengröße

Aras sind außerhalb der Brutzeit in Familienverbänden oder kleinen Gruppen zu halten. Die Einzelhaltung ist verboten.

Ausstattung

  • Sehr stabile Sitzäste mit unterschiedlichen Durchmessern (regelmäßig erneuern)
  • Große Kletterelemente, Seile, Leitern, Plattformen
  • Beschäftigungs- und Knabbermaterial (z.B. ungiftige Hölzer, Karton)
  • Bademöglichkeit
  • Mehrere Futter- und Wasserstellen
  • Transportkäfig in passender Größe, sicher verriegelbar

Platz & Umgebung

  • Volieren: Für Aras bis 60 cm Gesamtlänge mindestens 4 × 2 × 3 m (L×B×H); für Aras über 60 cm Gesamtlänge mindestens 6 × 2,5 × 3 m (L×B×H)
  • Schutzraum ist bei Haltung in Außenvolieren gesetzlich vorgeschrieben. Dieser soll trocken, zugluftfrei und soll eine Mindesttemperatur je nach Art - jedoch mindestens 10 °C - betragen.
  • Sozialstruktur: In Familienverbänden oder kleinen Gruppen. Während der Brutzeit Paarhaltung erlaubt.
  • Umgebung: Tageslicht/UV-Beleuchtung, klare Ruhephasen, keine dauerhafte Lärmbelastung.
  • Sicherheit: Ausbruchssichere Konstruktion, stabile Gitter, keine giftigen Metalle, keine scharfen Kanten.
  • Gesicherter Freiflug: Täglich in einem sicheren Innenraum, Fenster und Türen absichern, Kabel und giftige Pflanzen entfernen.

Ernährung

  • Basis: Hochwertige Papageienmischung/Pellets (art- und individuell passend) plus viel Frischkost.
  • Frischfutter: Täglich Gemüse, Blattgrün, Kräuter; Obst nur in angemessener Menge.
  • Zusätze: Mineralien (z. B. Sepiaschale), ggf. Calcium je nach Bedarf und Absprache mit dem*der Tierärzt*in.
  • Wasser: Immer frisch und sauber verfügbar.

Wichtig: Avocados sind tabu! Schokolade ist giftig!

Betreuungsaufwand

  • Täglich Füttern, Wasser wechseln, übriggebliebenes Frischfutter entfernen
  • Täglich gesicherter Freiflug, Training, Beschäftigung (frische Äste, Lernspiele, etc.)
  • Regelmäßige Reinigung von Voliere, Sitzstangen und Umgebung
  • Gesundheitschecks (Gewicht, Kot, Atmung, Gefieder, Verhalten)
  • Regelmäßige Kontrollen bei vogelkundigen Tierärzt*innen

Artenschutz, Papiere und Meldepflichten

Aras unterliegen strengen Artenschutzbestimmungen. Seriöse Herkunftsnachweise und korrekte Dokumente sind Pflicht – auch bei Weitergabe oder Verkauf.

  • Dokumente: Achte auf legale Herkunft, vollständige Papiere und Nachweise.
  • Kennzeichnung: Beringung
  • Weitergabe: Nur mit vollständigen Unterlagen und verantwortungsvoller Platzprüfung

Vor der Anschaffung ist die Absolvierung eines Sachkundenachweises erforderlich. Die Aufnahme und Beendigung der Haltung von Papageienvögeln ist meldepflichtig (§ 25 Tierschutzgesetz).

Tierschutz

  • Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
  • Aras sind nur für die Haltung durch Expert*innen geeignet!
  • Einzelhaltung und Handaufzucht sind verboten.
  • Die Haltung ist mit verschiedenen gesetzlichen Pflichten verknüpft (Arten- und Tierschutz)
  • Aras können zwischen 50 und 80 Jahre alt werden, was eine lebenslange Verpflichtung darstellt.
  • Aras benötigen Lärmtoleranz sowie täglich viele Stunden Zuwendung und Beschäftigung.