- Ausbruchssicheres Terrarium mit ausreichender Höhe und Doppellüftung
- Wärmequelle(n) + Thermostat für stabile Temperaturen
- Geeignete Beleuchtung für Tag-Nacht-Rhythmus
- Mehrere Verstecke und strukturierende Einrichtung (Äste, Wurzeln, Plateaus)
- Wasserschale und optional Wetbox
- Thermometer und Hygrometer zur laufenden Kontrolle der Haltungsparameter
Kornnatter
Zeitaufwand
Regelmäßige Kontrolle, Fütterung je nach Alter (7–10 Tage bis alle 2–4 Wochen) sowie laufende Terrarienpflege.
Kosten
€ 120–350 jährlich u.a. für Futtertiere, Strom; Zusätzliche Kosten für tierärztliche Behandlungen.
Lebenserwartung
Etwa 15–20 Jahre, vereinzelt auch darüber.
Platzbedarf
Großes, hoch strukturiertes Terrarium mit Klettermöglichkeiten.
Die Kornnatter (Pantherophis guttatus) ist eine ungiftige Natter aus Nordamerika und erreicht meist eine Gesamtlänge von etwa 120 bis 150 cm. Für eine artgerechte Haltung braucht sie u.a. ein ausreichend großes, ausbruchssicheres Terrarium mit Doppellüftung, mehreren Verstecken, Klettermöglichkeiten sowie einem stabilen Temperaturgefälle mit Nachtabsenkung.
Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung von Kornnattern
Kann man Kornnattern gemeinsam halten?
Wie groß muss das Terrarium mindestens sein?
Muss die Haltung gemeldet werden?
Wie oft und womit wird gefüttert?
Ist die Fütterung mit Frostfuttertieren nicht langweilig für die Schlange?
Welche typischen Anfängerfehler führen zu Problemen?
Kosten
- Anschaffung
- Eine Kornnatter kostet ca. € 20–200, je nach Alter, Farbform und Herkunft Für die Erstausstattung solltest du ca. € 300–1.000 einplanen (Terrarium, Technik, Einrichtung), je nach Größe und Qualität.
- Laufende Kosten
- Du solltest jährlich ca. € 120–350 für Futtertiere, Strom, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile einplanen. Zusätzlich kann es zu hohen Kosten für tierärztliche Behandlungen kommen.
Haltung
Gruppengröße
Einzelhaltung ist problemlos möglich und häufig die einfachste Form der Haltung. Unter geeigneten Bedingungen kann auch die Vergesellschaftung gleichgeschlechtlicher Tiere funktionieren. Bei gemeinsamer Haltung müssen Tiere zur Fütterung jedoch getrennt werden, um Futterkonkurrenz und Verletzungen zu vermeiden.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Terrarium ausreichend groß - für ein adultes Tier wäre das eine gesetzliche Mindestgröße von 0,90 m² Grundfläche und einer Höhe von 0,60 m z.B. 150 x 60 x 60 (L x B x H); ausbruchssicher, mit Doppellüftung;
- Temperaturgefälle mit lokalem Wärmeplatz und kühleren Rückzugsbereichen; zusätzlich Nachtabsenkung
- Luftfeuchtigkeit im geeigneten Bereich; regelmäßiges Sprühen etwa 2–3 Mal pro Woche
- Struktur: mehrere Verstecke mit dorsalem Körperkontakt auf unterschiedlichen Höhen, Äste, Plateaus und Klettermöglichkeiten
- Raue Oberflächen (z. B. Rindenstücke) zur Unterstützung der Häutung
- Wetbox als zusätzliche feuchte Rückzugsmöglichkeit sinnvoll
- Ruhiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Dauerlärm oder ständige Erschütterungen
Ernährung
Kornnattern werden mit passend dimensionierten Frostfuttertieren (meist Mäusen, gelegentlich kleinen Ratten) gefüttert.
- Futtergröße passend zum Körpergewicht wählen (ca. 15–20 % des Körpergewichts als Richtwert)
- Tiefgekühlte Futtertiere langsam auftauen und im Wasserbad auf Körperwärme (ca. 37 °C) erwärmen
- Die Mikrowelle ist ungeeignet, da es zu ungleichmäßiger Erwärmung kommen kann
- Mit Futterzange anbieten (ggf. mit leichten Lockbewegungen)
- Lebendfütterung vermeiden: Frostfutter reduziert Verletzungsrisiko und Stress
- Fütterungsrhythmus: Jungtiere ca. alle 7–10 Tage, adulte Tiere ca. alle 2–4 Wochen
Betreuungsaufwand
- Tägliche Sichtkontrolle: Verhalten, Gesundheit, Technik
- Wasser wechseln und Sauberkeit prüfen
- Kot und verschmutzte Stellen sofort entfernen
- Regelmäßige Grundreinigung nach Bedarf
- Häutung beobachten und Häutungsreste vorsichtig entfernen
- Bei Häutungsproblemen Haltungsparameter überprüfen
Strukturierung, Temperatur & Überwinterung
Das Terrarium sollte mehrere Verstecke haben. Diese sollten sich in verschiedenen Höhen befinden, da die Tiere gerne klettern und sich auch über dem Boden aufhalten. Mehrere Kletteräste mit vielen Verzweigungen sind daher essenziell. Die Verstecke sollen so gestaltet sein, dass die Tiere mit dem Rücken eine feste Oberfläche berühren. Damit sich die Tiere gut häuten können, sollten raue Materialien wie Rindenstücke im Terrarium zur Verfügung gestellt werden.
Außerdem braucht das Tier eine Wasserschale zum Trinken.
Als Bodengrund eignen sich Kokoshumus, Erde oder Rindenmulch.
Tagsüber sollte die Temperatur während der aktiven Zeit zwischen 20 und 26 °C liegen, an einzelnen Wärmeplätzen sollten bis zu 28 °C erreicht werden. Nachts sind Temperaturen von 18 bis 22 °C ideal. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60 und 90 % liegen.
Etwa ein Viertel des Bodens sollte dauerhaft leicht feucht gehalten werden.
Die Beleuchtung sollte täglich 12 bis 14 Stunden eingeschaltet sein. Eine Lampe sorgt für Licht und gleichzeitig für die nötige Wärme.
Zusätzlich ist eine Winterruhe notwendig: Diese dauert 2 bis 5 Monate bei Temperaturen von 8 bis 15 °C.
Tierschutz
- Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
- Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG).
- Kornnattern stammen heute nahezu ausschließlich aus Nachzuchten; Wildfänge vermeiden!
- Achte auf problematische Qualzuchten (z. B. „Scaleless“)!
- Mindestmaße sind nur eine Untergrenze – zu kleine Terrarien und fehlende Struktur bedeuten Stress.
Links
- TVT – Merkblatt 179 Heimtiere: Kornnattern (PDF)
Fachliche Empfehlungen u. a. zur Vergesellschaftung und Haltung. - 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung - Stadt Wien – Haltung und Zucht von Wildtieren (Exoten) – Meldung
Informationen zur Meldepflicht bei Exoten in Wien. - Handbuch - Exoten-Kunde
Handbuch zum Sachkundenachweis für die Haltung von Reptilien und Amphibien in Wien