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Kornnatter

Zeitaufwand

Regelmäßige Kontrolle, Fütterung je nach Alter (7–10 Tage bis alle 2–4 Wochen) sowie laufende Terrarienpflege.

Kosten

€ 120–350 jährlich u.a. für Futtertiere, Strom; Zusätzliche Kosten für tierärztliche Behandlungen.

Lebenserwartung

Etwa 15–20 Jahre, vereinzelt auch darüber.

Platzbedarf

Großes, hoch strukturiertes Terrarium mit Klettermöglichkeiten.

Die Kornnatter (Pantherophis guttatus) ist eine ungiftige Natter aus Nordamerika und erreicht meist eine Gesamtlänge von etwa 120 bis 150 cm. Für eine artgerechte Haltung braucht sie u.a. ein ausreichend großes, ausbruchssicheres Terrarium mit Doppellüftung, mehreren Verstecken, Klettermöglichkeiten sowie einem stabilen Temperaturgefälle mit Nachtabsenkung.

Factsheet

Alle Informationen auf einen Blick zum Ausdrucken

Vor der Anschaffung: Wichtige Fragen zur Haltung von Kornnattern

Kann man Kornnattern gemeinsam halten?

Ja, doch eine Einzelhaltung stellt eine tiergerechtere Haltung dar, da es sich eher um Einzelgänger handelt. Bei der Haltung von mehreren Tieren müssen diese zur Fütterung getrennt werden, sodass Futterkonkurrenz und Verletzungen vermieden werden.

Wie groß muss das Terrarium mindestens sein?

Das Terrarium sollte sich an der Körperlänge orientieren und ausreichend Höhe bieten, da Kornnattern gerne klettern. Mindestmaße sind nur eine Untergrenze – größer und besser strukturiert ist deutlich artgerechter.

Muss die Haltung gemeldet werden?

In Österreich gibt es für bestimmte Wildtiere mit besonderen Haltungsansprüchen Meldepflichten. In Wien ist die Haltung solcher Exoten beim Veterinäramt zu melden.

Wie oft und womit wird gefüttert?

Kornnattern werden in der Regel mit toten Futtertieren (z. B. Mäusen) in passender Größe gefüttert. Tiefgekühlte Tiere müssen auf Körpertemperatur erwärmt und mit der Futterzange angeboten werden. Jungtiere werden öfter gefüttert als adulte Tiere.

Ist die Fütterung mit Frostfuttertieren nicht langweilig für die Schlange?

Diese Form der Fütterung gilt als sichere und tiergerechte Methode. Durch Bewegungen mit der Futterzange kann ein natürlicher Jagdreiz erzeugt werden. Frostfutter reduziert das Verletzungsrisiko durch wehrhafte Beutetiere, minimiert Stress und ist hygienisch gut lagerbar.

Welche typischen Anfängerfehler führen zu Problemen?

Häufige Fehler sind ein zu kleines oder schlecht gesichertes Terrarium (Ausbruchsgefahr), fehlende Verstecke, falsche Temperaturführung, zu trockene oder zu feuchte Haltung sowie ungeeignete Fütterung (zu große Beute, falsche Intervalle).

Kosten

Anschaffung
Eine Kornnatter kostet ca. € 20–200, je nach Alter, Farbform und Herkunft Für die Erstausstattung solltest du ca. € 300–1.000 einplanen (Terrarium, Technik, Einrichtung), je nach Größe und Qualität.
Laufende Kosten
Du solltest jährlich ca. € 120–350 für Futtertiere, Strom, Verbrauchsmaterial und Ersatzteile einplanen. Zusätzlich kann es zu hohen Kosten für tierärztliche Behandlungen kommen.

Haltung

Gruppengröße

Einzelhaltung ist problemlos möglich und häufig die einfachste Form der Haltung. Unter geeigneten Bedingungen kann auch die Vergesellschaftung gleichgeschlechtlicher Tiere funktionieren. Bei gemeinsamer Haltung müssen Tiere zur Fütterung jedoch getrennt werden, um Futterkonkurrenz und Verletzungen zu vermeiden.

Ausstattung

  • Ausbruchssicheres Terrarium mit ausreichender Höhe und Doppellüftung
  • Wärmequelle(n) + Thermostat für stabile Temperaturen
  • Geeignete Beleuchtung für Tag-Nacht-Rhythmus
  • Mehrere Verstecke und strukturierende Einrichtung (Äste, Wurzeln, Plateaus)
  • Wasserschale und optional Wetbox
  • Thermometer und Hygrometer zur laufenden Kontrolle der Haltungsparameter

Platz & Umgebung

  • Terrarium ausreichend groß -  für ein adultes Tier wäre das eine gesetzliche Mindestgröße von 0,90 m² Grundfläche und einer Höhe von 0,60 m z.B. 150 x 60 x 60 (L x B x H);  ausbruchssicher, mit Doppellüftung;
  • Temperaturgefälle mit lokalem Wärmeplatz und kühleren Rückzugsbereichen; zusätzlich Nachtabsenkung
  • Luftfeuchtigkeit im geeigneten Bereich; regelmäßiges Sprühen etwa 2–3 Mal pro Woche
  • Struktur: mehrere Verstecke mit dorsalem Körperkontakt auf unterschiedlichen Höhen, Äste, Plateaus und Klettermöglichkeiten
  • Raue Oberflächen (z. B. Rindenstücke) zur Unterstützung der Häutung
  • Wetbox als zusätzliche feuchte Rückzugsmöglichkeit sinnvoll
  • Ruhiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Dauerlärm oder ständige Erschütterungen

Ernährung

Kornnattern werden mit passend dimensionierten Frostfuttertieren (meist Mäusen, gelegentlich kleinen Ratten) gefüttert.

  • Futtergröße passend zum Körpergewicht wählen (ca. 15–20 % des Körpergewichts als Richtwert)
  • Tiefgekühlte Futtertiere langsam auftauen und im Wasserbad auf Körperwärme (ca. 37 °C) erwärmen
  • Die Mikrowelle ist ungeeignet, da es zu ungleichmäßiger Erwärmung kommen kann
  • Mit Futterzange anbieten (ggf. mit leichten Lockbewegungen)
  • Lebendfütterung vermeiden: Frostfutter reduziert Verletzungsrisiko und Stress
  • Fütterungsrhythmus: Jungtiere ca. alle 7–10 Tage, adulte Tiere ca. alle 2–4 Wochen

Betreuungsaufwand

  • Tägliche Sichtkontrolle: Verhalten, Gesundheit, Technik
  • Wasser wechseln und Sauberkeit prüfen
  • Kot und verschmutzte Stellen sofort entfernen
  • Regelmäßige Grundreinigung nach Bedarf
  • Häutung beobachten und Häutungsreste vorsichtig entfernen
  • Bei Häutungsproblemen Haltungsparameter überprüfen

Strukturierung, Temperatur & Überwinterung

Das Terrarium sollte mehrere Verstecke haben. Diese sollten sich in verschiedenen Höhen befinden, da die Tiere gerne klettern und sich auch über dem Boden aufhalten. Mehrere Kletteräste mit vielen Verzweigungen sind daher essenziell. Die Verstecke sollen so gestaltet sein, dass die Tiere mit dem Rücken eine feste Oberfläche berühren. Damit sich die Tiere gut häuten können, sollten raue Materialien wie Rindenstücke im Terrarium zur Verfügung gestellt werden.

Außerdem braucht das Tier eine Wasserschale zum Trinken.

Als Bodengrund eignen sich Kokoshumus, Erde oder Rindenmulch.

Tagsüber sollte die Temperatur während der aktiven Zeit zwischen 20 und 26 °C liegen, an einzelnen Wärmeplätzen sollten bis zu 28 °C erreicht werden. Nachts sind Temperaturen von 18 bis 22 °C ideal. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60 und 90 % liegen.
Etwa ein Viertel des Bodens sollte dauerhaft leicht feucht gehalten werden.

Die Beleuchtung sollte täglich 12 bis 14 Stunden eingeschaltet sein. Eine Lampe sorgt für Licht und gleichzeitig für die nötige Wärme.

Zusätzlich ist eine Winterruhe notwendig: Diese dauert 2 bis 5 Monate bei Temperaturen von 8 bis 15 °C.

Tierschutz

  • Vor der Anschaffung musst du einen Sachkundekurs für Exoten absolvieren.
  • Meldung der Haltung bei zuständiger Behörde innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb (§ 25 TSchG).
  • Kornnattern stammen heute nahezu ausschließlich aus Nachzuchten; Wildfänge vermeiden!
  • Achte auf problematische Qualzuchten (z. B. „Scaleless“)!
  • Mindestmaße sind nur eine Untergrenze – zu kleine Terrarien und fehlende Struktur bedeuten Stress.