- Große, gut gesicherte Voliere mit mehreren Ebenen
- Staubarme Einstreu (z. B. Hanf- oder Papierstreu), kein Katzenstreu
- Mehrere Verstecke: Häuschen, Korkröhren, Kartons, Stoffhöhlen
- Klettermöglichkeiten: Leitern, Seile, Äste, Hängematten
- ungiftiges Nagematerial (Holzspielzeug, Äste, Pappstücke)
- Futter- und Wassernäpfe oder Trinkflasche
- Transportbox in ausreichender Größe
Ratten
Zeitaufwand
Täglich 1–2 Stunden für Fütterung, Auslauf und Beschäftigung.
Kosten
Ca. € 40–75 pro Monat für Futter & Einstreu, dazu mögliche Kosten für tierärztliche Behandlungen
Lebenserwartung
Im Durchschnitt 2–3 Jahre. Ratten werden leider nicht sehr alt, das solltest du vor der Anschaffung bedenken.
Platzbedarf
Für 3-4 Ratten wird eine Mindestgrundfläche von 1 m² empfohlen. Mehrstöckig mit mehreren Abteilen wäre ideal.
Ratten sind sehr intelligente, soziale und neugierige Kleinnager. Sie brauchen Artgenossen, viel Platz zum Klettern und Erkunden sowie täglichen Kontakt zu dir. Wer Ratten hält, übernimmt Verantwortung für ein ganzes kleines Rudel – mit entsprechendem Zeitbedarf, Kosten und Platz.
Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen
Bin ich bereit, jeden Tag Zeit mit meinen Ratten zu verbringen?
Kann ich mehrere Ratten halten und ihnen ein stabiles Rudel bieten?
Passt die notwendige Volierengröße wirklich in meine Wohnung?
Kann ich die laufenden Kosten und mögliche Tierarztbehandlungen tragen?
Habe ich die Zeit, Ruhe und das Verständnis für ihren Lebensrhythmus?
Kosten
- Anschaffung
- Tierheim-Schutzgebühr: € 10-30 pro Tier. Eine artgerechte Erstausstattung inklusive Voliere mit mehreren Ebenen, Einrichtung, Verstecken, Zubehör und Grundnahrung kann bis zu € 1.000 kosten, je nach Größe und Qualität.
- Laufende Kosten
- Für Futter & Einstreu solltest du monatlich ca. € 40–75 einplanen.
Zusätzlich können Kosten für tierärztliche Behandlungen, je nach Gesundheitszustand, stark schwanken (Atemwegsprobleme und Tumore sind häufig).
Haltung
Gruppengröße
Ratten sind Rudeltiere und sollten zumindest zu dritt oder mehr gehalten werden. Einzelhaltung ist verboten. Die Gruppenzusammensetzung muss so gewählt werden, dass es keinen Nachwuchs und möglichst wenig Konflikte gibt.
Ausstattung
Platz & Umgebung
- Voliere/Käfig: Für 3-4 Ratten mindestens eine Grundfläche von 1 m². Dies entspricht als Beispiel der Größe eines 60-Zoll-Bildschirms. Größer ist immer besser – Ratten nutzen den Raum in die Höhe intensiv. Die meisten handelsüblichen Gitterkäfige sind nicht geeignet.
- Strukturierung: Mehrere Ebenen, Leitern, Seile und Plattformen, damit die Tiere klettern und laufen können. Viele Verstecke (Häuschen, Korkröhren, Hängematten) sind wichtig für das Sicherheitsgefühl. Zuunterst befindet sich eine Buddelkiste (nur staubfreie Einstreu wegen der Atemwegsprobleme), auf die mehrere miteinander verbundene Etagen aufgebaut sind.
- Standort: Ruhige Zimmerecke ohne direkte Sonne, Zugluft oder extreme Temperaturschwankungen. Ratten sind Wohnungstiere und sollen nicht im Freien gehalten werden.
- Klima & Luft: Gute Belüftung ohne Zugluft, kein Zigarettenrauch und keine starken Gerüche. Regelmäßiges Lüften sorgt für ein angenehmes Raumklima.
- Auslauf: Täglicher Auslauf in der Wohnung (in einem abgesicherten Bereich) für Bewegung, Erkundung und Training.
Ernährung
- Hauptfutter: Hochwertiges Rattenfutter (ausgewogene Mischung aus Körnern/Saaten oder geeignete Pellets).
- Frischfutter: Täglich kleine Portionen Gemüse (z. B. Gurke, Karotte, Brokkoli), etwas Obst als Leckerli.
- Eiweiß: Ab und zu tierisches Eiweiß (z. B. gekochtes Ei, etwas Naturjoghurt oder Insektenfutter) je nach Empfehlung von fachkundigen Tierärzt*innen.
- Wasser: Stets frisches Wasser, in einer Trinkflasche oder einem schweren Napf.
Betreuungsaufwand
- Täglich: Füttern, frisches Wasser, kurze Gesundheitskontrolle (Atmung, Augen, Fell), Auslauf, Beschäftigung und Kontakt mit den Tieren.
- Mehrmals pro Woche: Verschmutzte Einstreubereiche entfernen, Einstreu stellenweise erneuern, Verstecke kontrollieren.
- Alle zwei Wochen: Gründliche Reinigung der Voliere inklusive aller Ebenen, Häuschen und Näpfen.
- Regelmäßig: tierärztliche Kontrollen, zusätzliche Behandlungen bei Auffälligkeiten, wie Atemwegsproblemen oder Tumoren.
Bewegung & Beschäftigung für Ratten
Ratten sind extrem neugierig und lernfähig. Langeweile führt schnell zu Frust und Verhaltensproblemen. Eine gute Haltung umfasst Abwechslung und gemeinsame Beschäftigung.
- Auslauf-Parcours: Baue im Auslaufbereich Tunnel, Kletterrouten und kleine Hindernisse.
- Suchspiele: Verstecke Futter in Papprollen, Futterbällen oder unter Tüchern.
- Training: Ratten können einfache Tricks lernen (z. B. auf die Hand kommen). Das stärkt eure Bindung.
- Wechselnde Einrichtung: Tausche hin und wieder Röhren, Hängematten und Kletterelemente aus, damit die Umgebung spannend bleibt.
- Buddelbox aus Kokoserde: Die Ratten graben Tunnelsysteme und du kannst hier auch Leckerlis verstecken, Keimlinge aufgehen lassen, die sie dann als Leckerbissen fressen.
Tierschutz
- Es ist verboten Ratten einzeln zu halten – Gruppenhaltung ist Pflicht.
- Der Käfig darf nicht zu klein sein und muss ausreichend strukturiert sein. Reine „Drahtkäfige“ ohne Ebenen und Verstecke sind nicht artgerecht.
- Ratten sind sehr sensibel für Atemwegsprobleme – staubige Einstreu, Rauch und starke Gerüche sind zu vermeiden.
- Terrarien sind wegen der ungenügenden Luftzirkulation nicht für die Rattenhaltung geeignet.
ACHTUNG Qualzucht: Züchtungen mit tierschutzrelevanten Merkmalen (z. B. Langhaarigkeit, Haarlosigkeit, Sonderfarben) sind abzulehnen.
Links
- Rattenhaltung – Tierschutz-Fachinformationen
Empfehlungen Schweizer Tierschutz STS - 2. Tierhaltungsverordnung
Mindestanforderungen für die Haltung