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Hunde

Zeitaufwand

Täglich 3 bis 4 Stunden (Spaziergang, Gassirunden, Beschäftigung, Training, Pflege und Fütterung)

Kosten

€ 100–300 pro Monat + regelmäßige Kosten für Behandlungen bei Tierärzt*innen

Lebenserwartung

Je nach Größe und Rasse meist 10–15 Jahre, einzelne Hunde werden auch deutlich älter.

Platzbedarf

Egal wie groß der Wohnraum ist, jeder Hund braucht eine Möglichkeit, sich zurückziehen zu können, sowie mehrmals am Tag Auslauf.

Hunde sind soziale Lebewesen, die im Familienverband mit ihren Menschen leben und neben täglichen Spaziergängen auch geistige Auslastung und eine hundegemäße, freundliche Erziehung brauchen.

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Factsheet

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Vor der Anschaffung: Die wichtigsten Fragen

Bin ich bereit, meinen Alltag dauerhaft auf einen Hund abzustimmen?

Hunde brauchen einen geregelten Tagesablauf, mehrere Spaziergänge täglich, Beschäftigung und soziale Interaktion. Du musst bereit sein, deine Tagesstruktur an den Hund anzupassen – auch wenn es regnet, schneit oder du keine Lust hast.

Woher soll der Hund kommen?

Achte auf eine seriöse Herkunft deines Hundes. Österreichische Tierheime beraten unabhängig und bieten die Möglichkeit, den Hund vorab in Ruhe kennen zu lernen. Halte dich dabei an die WAU-Methode (https://www.tieranwalt.at/Aktuelles/WAU-Methode.htm).

Passt der Hund, den ich mir wünsche, wirklich zu meinem Leben?

Kleine Hunde sind nicht automatisch pflegeleichter. Rassehunde haben oft Qualzuchtprobleme. Für Hunderassen, die ursprünglich für einen bestimmten „Job“ gezüchtet wurden, sind Spaziergänge allein meistens zu wenig Beschäftigung. Entscheide nicht nach Aussehen, sondern danach, welcher Hund zu deiner Erfahrung und deiner verfügbaren Zeit passt.

Kann ich mich wirklich viele Jahre um einen Hund kümmern?

Hunde werden durchschnittlich 10–15 Jahre alt. Du musst auch bei Veränderungen wie Jobwechsel, Familiengründung oder Umzug sicherstellen, dass der Hund weiterhin gut betreut wird. Auch die monatlichen Kosten sind beachtlich: sie liegen je nach Hund bei etwa 100–300 Euro.

Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich nicht in der Lage bin ihn zu betreuen?

Hunde dürfen nicht länger als 5–6 Stunden alleine gelassen werden. Kläre vorab, wer einspringt, wenn du krank bist oder wer auf deinen Hund aufpasst, wenn du ohne ihn verreisen möchtest.

Kosten

Anschaffung
Die Kosten für den Kauf betragen ca. € 1.500–3.200 pro Hund, je nach Herkunft, Rasse und Größe (die Unkostenbeiträge für Hunde aus dem Tierheim sind deutlich geringer als die Kosten für Tiere von Züchter*innen). Zusätzlich ca. € 300–400 für die Erstausstattung (Körbchen, Futter- und Wasserschüsseln, Leine, Halsband/Brustgeschirr, Maulkorb, etc.)
Laufende Kosten
Ca. € 100–300 pro Monat für Futter, Hundeabgabe und Versicherung. Dazu kommen regelmäßige tierärztliche Kontrollen (Impfungen, Entwurmungen, Gesundheitschecks). Für unerwartete Erkrankungen oder tierärztliche Behandlungen (z. B. Operationen, Medikamente oder Therapien für chronische Erkrankungen), die mehrere tausend Euro kosten können, sollte eine Finanzreserve eingeplant werden.

Haltung

Gruppengröße

Einzel- und Mehrhundehaltung - Hunde können einzeln oder zusammen gehalten werden, wenn ausreichend Platz und Ressourcen vorhanden sind und die Hunde gut miteinander verträglich sind. Unabhängig davon brauchen sie die Gesellschaft des Menschen und sollten nicht mehr als ein paar Stunden täglich allein bleiben müssen.

Ausstattung

  • Passendes Brustgeschirr oder Halsband und Leine
  • Liegeplatz (Korb, Decke, Matte) an ruhiger, zugluftfreier Stelle
  • Futter- und Wassernäpfe
  • Kauartikel (z.B. Kauknochen, Spielzeug aus Hartgummi)
  • Passender Maulkorb (Wasseraufnahme, Hecheln und Gähnen müssen mit Maulkorb möglich sein)

Verboten sind: Nylonmaulschlaufen, „Haltis“, Zughalsbänder ohne Stopp, Stachel- und Korallenhalsbänder, Elektroschockhalsbänder, Anti-Bell-Halsbänder, Abschreckungs-Sprays; Trainingsdiscs oder ähnliche Schreckreize.

Platz & Umgebung

Hunde können grundsätzlich in einer Wohnung oder in einem Haus gehalten werden. Entscheidend ist nicht die Quadratmeterzahl, sondern ob ihre Bedürfnisse nach Ruhe, Bewegung und sozialem Kontakt erfüllt werden. Ein Garten kann ein zusätzlicher Vorteil sein, ersetzt aber niemals die notwendigen Spaziergänge und die Möglichkeit für Erkundungsverhalten im Freien.

Im Wohnbereich sollte der Hund einen eigenen Rückzugsort haben, den er jederzeit aufsuchen kann und an dem er nicht gestört wird. Er soll ihm Schutz bieten vor Lärm, Enge oder Stress durch Trubel im Haus. Dieser Platz sollte weich und zugluftfrei sein und nicht direkt in einem Durchgangsbereich liegen. Davon unabhängig kann er verschiedene Schlafplätze nutzen, wobei viele Hunde im Schlaf die Nähe zu ihren Menschen (zum Beispiel einen Liegeplatz im Schlafzimmer) bevorzugen.

Hunde leben als Familienmitglieder im Haushalt, eine dauerhafte Haltung im Zwinger, Keller oder in anderen abgeschlossenen Räumen ist nicht tierschutzkonform.
Auch ein nur im Garten gehaltener Hund ist nicht artgerecht versorgt. Er braucht regelmäßigen Kontakt zu seinen Bezugspersonen, Spaziergänge und die Möglichkeit, am Leben seiner Menschen Anteil zu haben.

Ernährung

Hunde benötigen mindestens zweimal täglich an Größe, Alter und Aktivität angepasstes Futter in ausreichender Menge. Eine gute Ernährung besteht aus hochwertigem Fertigfutter oder ausgewogener Selbstzubereitung nach fachkundiger Beratung. Frisches Wasser muss immer verfügbar sein. Für den Menschen zubereitetes Essen ist für den Hund aufgrund von enthaltenen Gewürzen, Zucker und u.U. schwer verdaulichem Weizen nicht geeignet.

Betreuungsaufwand

  • Tägliche Fütterung und Versorgung mit frischem Wasser
  • Täglich ein bis zwei Spaziergänge sowie zusätzliche Gassigänge zum Lösen im Freien - je nach Alter, Gesundheit und Rasse unterschiedlich lang
  • Täglicher Sozialkontakt mit dem Menschen (Gesellschaft, Zuwendung, Spazierengehen, Üben)
  • Regelmäßige Fell-, Krallen- und Zahnpflege je nach Hundetyp
  • Regelmäßige Besuche bei Tierärzt*innen (Impfungen, Parasitenprophylaxe, Gesundheitschecks)

Bewegung, Beschäftigung und Ruhebedürfnis

Hunde brauchen täglich ihren Bedürfnissen angepasste Bewegung und geistige Beschäftigung unabhängig von der Wohnsituation und dem Vorhandensein eines Gartens.

Dazu braucht der Hund ein bis zwei Spaziergänge täglich – auch bei Regen oder Schnee - die ihm die Möglichkeit geben, seine Umwelt zu erkunden, zu schnüffeln, Umweltreize wahrzunehmen und sich im eigenen Tempo zu bewegen. Dies geht am besten im Freilauf, soweit es gesetzlich erlaubt und aufgrund eines verlässlichen Rückrufs möglich ist, oder aber an einer langen Schleppleine. Dauer und Art der Bewegung hängen vom Alter, der Größe und dem Gesundheitszustand des Hundes ab.

Kurze Runden um den Block oder in den nächsten Park können keinen Spaziergang ersetzen, sind aber zusätzlich zum „Gassigehen“ nötig, damit der Hund drei- bis viermal täglich die Möglichkeit bekommt, Harn und Kot abzusetzen.

In der Stadt ist auf geeignete Auslaufmöglichkeiten, sichere Wege und Rückzugsmöglichkeiten (z. B. ruhige Parks, Grünbereiche) zu achten, die an die Bedürfnisse des Hundes angepasst sind und ihm z.B. Sozialkontakt zu anderen Hunden ermöglichen oder ihn vor angsteinflößenden Begegnungen bewahren.

Zusätzlich zu den täglichen Spaziergängen und Bewegung brauchen Hunde auch regelmäßige geistige Auslastung durch Suchspiele, das Erlernen neuer Übungen oder Denkaufgaben. Besonders gilt das für sensible und stressanfällige Hunde sowie besonders aktive Hunde, wie junge Hunde oder Arbeitshundetypen.

Neben Bewegung und Beschäftigung ist für Hunde wichtig, ausreichend Ruhe und Schlaf zu bekommen. Bei einem normalen erwachsenen Hund spricht man von einem Schlafbedürfnis von mindestens 17 Stunden täglich. Welpen, bereits gestresste Hunde oder ältere und kranke Hunde brauchen noch mehr Ruhe und Schlaf.

Erziehung und Alltagstauglichkeit

Für ein harmonisches Zusammenleben mit dem Menschen und das sichere Unterwegssein im öffentlichen Raum muss der Hund einige Grundregeln erlernen, wie zum Beispiel das Gehen an lockerer Leine, ruhiges Warten, verlässlichen Rückruf und angemessenes Verhalten bei Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen (Passant*innen, Jogger*innen,…).

Hunde lernen am besten dann, wenn ihnen das richtige Verhalten gezeigt und sie dafür belohnt werden. Eine Erziehung über Druck und Strafe ist hingegen nicht mehr zeitgemäß und nicht tiergerecht.

Unabhängig davon, ob man den Hund selber erzieht oder die Dienste von tierschutzqualifizierten Trainer*innen (im Einzelsetting oder in einer Gruppe) in Anspruch nimmt, ist auf den Einsatz von positiven Trainingsmethoden zu achten. Im Vordergrund der Erziehung sollten jene Übungen stehen, die der Hund für die Bewältigung seines Alltags braucht. Wer darüber hinausgehenden Hundesport betreiben möchte, sollte ebenfalls auf positive Trainingsmethoden Wert legen und darauf achten, den Hund nicht zu überfordern oder ihn unangemessenen Trainingssituationen auszusetzen.

Tierschutz

  • Vor der Anschaffung muss ein Sachkundekurs für Hunde absolviert werden, das ist auch der erste Schritt der WAU-Methode.
  • Alle Personen in Wien müssen einen Hundeführschein ablegen, wenn sie einen Hund einer bestimmten Rasse oder einer Kreuzung daraus („Listenhund") halten, führen oder verwahren möchten. Die betreffenden Rassen sind in der entsprechenden Verordnung festgelegt.
  • Hunde sind in Österreich verpflichtend zu chippen und in der Heimtierdatenbank zu registrieren. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, begeht eine Verwaltungsübertretung und riskiert Geldstrafen.
  • Es ist gesetzlich verboten, Hunde mit Qualzuchtsymptomen oder äußerlich erkennbaren Qualzuchtmerkmalen zu importieren, zu erwerben, zu vermitteln oder weiterzugeben.
  • Hunde dürfen bei heißen Temperaturen nicht im Auto verwahrt werden - es droht Todesgefahr.